
Britische Stahlindustrie am Abgrund: Traditionswerk in Scunthorpe vor dem Aus
Die britische Stahlindustrie steht vor einem dramatischen Einschnitt: Der zweitgrößte Stahlhersteller des Landes, British Steel, hat angekündigt, seine beiden Hochöfen im nordenglischen Scunthorpe zu schließen. Ein weiterer Beweis dafür, wie die verfehlte Industriepolitik Europas unsere wirtschaftliche Basis zerstört.
Über 2.000 Arbeitsplätze in Gefahr
Die Zahlen sind alarmierend: Täglich macht das Werk einen Verlust von rund 700.000 Pfund (etwa 840.000 Euro). Selbst massive Investitionen des chinesischen Eigentümers Jingye in Höhe von 1,2 Milliarden Pfund seit der Übernahme 2020 konnten den wirtschaftlichen Niedergang nicht aufhalten. Nun droht bis zu 2.700 Mitarbeitern der Verlust ihrer Arbeitsplätze - möglicherweise schon ab Juni dieses Jahres.
Klimawahn treibt Industrie in die Knie
Als Hauptgründe für die dramatische Entwicklung nennt das Unternehmen die schwierigen Marktbedingungen, Zölle und - besonders bezeichnend - die hohen Umweltauflagen bei der Produktion von kohlenstoffreichem Stahl. Hier zeigt sich einmal mehr, wie überzogene Klimaschutzauflagen die Wettbewerbsfähigkeit traditioneller Industriezweige systematisch zerstören.
Von der Weltspitze zum Niedergang
Der Fall von British Steel steht symbolisch für den Niedergang der einst stolzen britischen Stahlindustrie. In der Nachkriegszeit war Großbritannien noch weltweiter Marktführer mit über 300.000 Beschäftigten. Heute sind es gerade noch 40.000 Mitarbeiter, die für mickrige 0,1 Prozent der britischen Wirtschaftsleistung stehen. Die Billigkonkurrenz aus China hat, gepaart mit ideologiegetriebener Klimapolitik, diesen wichtigen Industriezweig an den Rand des Abgrunds getrieben.
Gewerkschaften fordern staatliche Hilfe
Roy Rickhuss von der Gewerkschaft Community spricht von einem "dunklen Tag für unsere Stahlindustrie und unser Land". Die Gewerkschaften hatten einen Plan zur CO2-armen Stahlproduktion vorgelegt, der den Weiterbetrieb der bestehenden Hochöfen während des Baus von zwei neuen Elektroöfen vorsah. Doch die britische Regierung verweigerte die benötigte Unterstützung von 200 Millionen Pfund.
Fazit: Industriepolitisches Versagen
Der drohende Untergang von British Steel ist ein Menetekel für die gesamte europäische Industrie. Wenn wir nicht endlich zu einer vernünftigen Balance zwischen Klimaschutz und Industriepolitik zurückfinden, werden weitere Traditionsunternehmen diesem Beispiel folgen. Die Leidtragenden sind dann nicht nur die Beschäftigten, sondern unsere gesamte wirtschaftliche Zukunft.
Die Ereignisse in Scunthorpe sollten als Weckruf verstanden werden. Eine Industrienation kann es sich nicht leisten, ihre produktive Basis auf dem Altar einer ideologiegetriebenen Klimapolitik zu opfern. Es braucht dringend ein Umdenken - bevor es zu spät ist.
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