
Gewerkschafter üben scharfe Kritik am VW-Management: „Spalten, herrschen, Kosten senken“
Die Stimmung unter den Beschäftigten des Volkswagen-Konzerns (VW) ist angespannt. Bis 2026 plant die Konzernführung, zehn Milliarden Euro einzusparen. Diese Maßnahmen sollen durch das intern benannte „Performance Programm“ erreicht werden. Ein Programm, das bereits jetzt zu erheblichem Druck auf die Belegschaft führt. Wer nicht freiwillig gehen möchte, soll in eine „Perspektivwerkstatt“ verschoben werden, wie das Manager Magazin berichtet.
Drastische Einschnitte und mögliche Werkschließungen
Die Unternehmensleitung hält inzwischen drastischere Einschnitte für notwendig und droht mit der Aufkündigung der bis 2029 geltenden Beschäftigungssicherung. Dies würde betriebsbedingte Kündigungen und die Schließung von Werken ermöglichen. Bei einer Belegschaftsversammlung äußerten die Arbeiter ihren Unmut lautstark und skandierten Richtung Vorstand: „Wir sind Volkswagen – ihr seid es nicht!“
Carsten Büchling, Betriebsratsvorsitzender beim VW-Werk in Baunatal, erklärte im Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Seit 30 Jahren konnten sich die VW-Beschäftigten darauf verlassen, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Werksschließungen gibt. Plötzlich soll jetzt beides möglich sein. Das ist ein tiefer Einschnitt.“
Versäumnisse in der E-Auto-Entwicklung
Die deutschen Autokonzerne hätten die „goldenen Jahre vor der Pandemie zu wenig genutzt, um attraktive E-Autos insbesondere für den Massenmarkt zu entwickeln“, kritisiert der Düsseldorfer Ökonom Jens Südekum. Stattdessen sei die Abhängigkeit vom chinesischen Markt weiter ausgebaut worden, was nun umso schwerer wiege, wenn dort die Nachfrage zurückgehe.
Forderungen nach einem Masterplan
IG Metaller Büchling fordert vom Management „einen Masterplan, der für jede einzelne Marke von VW exakte Ziele definiert. Und zwar jeweils für die Jahre 2025, 2030 und 2035“. Ob diese Forderungen von Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat seit Längerem vorgetragen werden, bleibt unklar. Viele Beschäftigte fragen nach deren Rolle und Einfluss.
Aufgaben der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat
In mitbestimmten Unternehmen, wie Aktiengesellschaften mit über 500 Arbeitenden, werden auch von der Belegschaft Aufsichtsratsmitglieder gewählt, oft Betriebsräte oder Gewerkschafter. Diese haben weitgehende Informationsrechte, wie im Aktiengesetz (AktG) festgelegt. Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung zu überwachen und kann die Vornahme von Geschäften mit existenzieller Bedeutung für die Gesellschaft von seiner Zustimmung abhängig machen.
Produktionsumstellung und Mitbestimmung
Thorsten Donnermeier, Vertrauensmann der IG Metall bei VW in Baunatal, fordert zukunftsfähige Arbeitsplätze durch zukunftsfähige Produkte. Er stellt die Produktion von öffentlichen Verkehrsmitteln und Schienenfahrzeugen in den Fokus. „Die Vernunft spricht dafür“, so Donnermeier. Eine Diskussion, die auch in Zeiten der automobilen Überproduktion geführt werden müsse.
Unter dem Motto „VW heißt Verkehrswende“ setzen sich Aktivisten seit 2019 in Wolfsburg für eine Produktionsumstellung und Vergesellschaftung der Autoindustrie ein. Ihre weitreichendste Forderung: die Vergesellschaftung des VW-Konzerns und die komplette Umstrukturierung der Produktion auf Straßenbahnen und E-Busse.
Gemeinsame Gegenaktionen der Belegschaften
Stephan Krull, ehemaliger VW-Betriebsrat, betont: „Falls jemand über die Not in den Werken von Volkswagen diskutieren will: 137 Milliarden Euro Gewinnrücklagen und mehr als 16 Milliarden Euro Nettogewinn 2023 in der Bilanz des Konzerns. Davon ausgeschüttet wurden 4,5 Milliarden 2024, gut 1,5 Milliarden Euro direkt an den Porsche-Piëch-Clan.“
Thorsten Donnermeier beklagt einen „Arbeitsplatzabbau auf Teufel komm raus“ und fordert gemeinsame Gegenaktionen der Belegschaften. „Wir sind nicht allein mit der Bedrohung. Man braucht nur die Zeitung aufzuschlagen. Audi Brüssel steht unter Druck. Von ZF bis Bosch. Von BMW bis Stellantis in den USA“, so Donnermeier.

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