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21.03.2025
12:41 Uhr

Handelskrieg und Zölle: Trumps Politik bringt Notenbanken in die Bredouille

Die Geldpolitik der großen Zentralbanken gerät durch Donald Trumps aggressive Handelspolitik zunehmend ins Wanken. Der ehemalige US-Präsident, der bereits den Welthandel und internationale Sicherheitsarchitektur erschüttert hat, sorgt nun auch bei den Währungshütern für massive Verunsicherung. Die Notenbanken sehen sich gezwungen, ihre geldpolitischen Entscheidungen an Trumps unberechenbare Politik anzupassen.

Fed und EZB in der Zwickmühle

Fed-Chef Jerome Powell ließ die Zinsen bei der jüngsten Sitzung unverändert und verwies explizit auf die Risiken durch die von Trump angezettelten Handelskonflikte. Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte eindringlich vor den Auswirkungen von Trumps Handelskrieg auf die Eurozone. Die Zentralbanken befinden sich in einer prekären Lage: Einerseits droht Trumps Zollpolitik die Wirtschaft zu schwächen, andererseits könnten die Zölle die Inflation weiter anheizen.

Notenbanken verlieren ihre Führungsrolle

Die einst so mächtigen Zentralbanken scheinen ihre Rolle als geldpolitische Taktgeber zunehmend einzubüßen. Stattdessen werden sie zu Getriebenen der politischen Entwicklungen. "Die Notenbanken sind nicht länger Vorreiter der Makropolitik, sondern nur noch Mitläufer", analysiert Thierry Wizman von Macquarie die veränderte Rolle der Währungshüter.

Globale Unsicherheit lähmt Entscheidungen

Die Bank of England hat ihre Zinssenkungspolitik aufgegeben, die schwedische Riksbank ihren Lockerungszyklus für beendet erklärt. Selbst die sonst so berechenbare EZB fährt mittlerweile auf Sicht. Die zunehmende handelspolitische Unsicherheit ist zur Hauptsorge der Zentralbanken geworden. Die unangenehme Kombination aus Handelsunsicherheit und hoher Inflation bringt sie in eine äußerst schwierige Position.

Trump fordert niedrigere Zinsen

Während die Notenbanken mit den Folgen seiner Politik ringen, hat Trump seine eigene simple Lösung parat: Er fordert die Fed schlicht zur Zinssenkung auf. "Die Fed wäre viel besser dran, wenn sie die Zinsen senken würde", verkündete er gewohnt selbstbewusst auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social. Eine Forderung, die die komplexe Realität der Geldpolitik völlig ignoriert.

Düstere Aussichten für die Weltwirtschaft

Die OECD hat ihre globalen Wachstumsprognosen bereits nach unten korrigiert. Die von Trump verhängten Zölle gegen Mexiko, Kanada, China und die EU haben zu einem Teufelskreis von Vergeltungsmaßnahmen geführt. Anfang April droht eine weitere Eskalation durch ein weltweites Programm gegenseitiger Zölle. Die Märkte reagieren entsprechend nervös auf diese Entwicklung.

Die Zentralbanken stehen vor einem Dilemma: Ein schwächeres Wachstum würde eigentlich Zinssenkungen erfordern, die Zölle könnten jedoch die Inflation weiter anheizen. In diesem Spannungsfeld scheint abwartendes Stillhalten derzeit die einzige vernünftige Option zu sein - auch wenn dies bedeutet, dass die Notenbanken ihre aktive Rolle in der Wirtschaftspolitik zunehmend einbüßen.

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