
Erdogans Machtkampf stürzt türkische Finanzmärkte in den Abgrund
Die politische Krise in der Türkei entwickelt sich zunehmend zu einem wirtschaftlichen Desaster. Nach der Verhaftung des populären Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu - einem der schärfsten Kritiker des autokratisch regierenden Präsidenten Erdogan - stürzen die türkischen Finanzmärkte ins Bodenlose. Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie politische Willkür und autoritäre Machtspiele eine Volkswirtschaft in den Abgrund reißen können.
Börsencrash vernichtet Milliardenwerte
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der türkische Leitindex BIST 30 brach am Freitag um weitere 8,3 Prozent ein und markierte mit 9904 Punkten ein Mehrjahrestief. Seit der politisch motivierten Verhaftung Imamoglus wurden sage und schreibe 75 Milliarden Euro an Börsenwert vernichtet - Geld, das den türkischen Bürgern und Unternehmen nun fehlt. Der freie Fall der Märkte offenbart das schwindende Vertrauen internationaler Investoren in die türkische Demokratie unter Erdogan.
Anleger fliehen aus türkischen Staatsanleihen
Besonders dramatisch entwickelt sich die Situation am Anleihemarkt. Die Renditen türkischer Staatsanleihen schossen auf astronomische 31 Prozent nach oben - ein klares Misstrauensvotum der Finanzmärkte gegen Erdogans Politik. Zum Vergleich: Deutsche Bundesanleihen rentieren bei gerade einmal 2,76 Prozent. Diese gewaltige Diskrepanz zeigt eindrucksvoll, welch hohes Risiko die Märkte mittlerweile in türkischen Staatsanleihen sehen.
Demokratie unter Beschuss
Statt die Situation zu entschärfen, verschärft das Erdogan-Regime die Repressionen weiter. In Istanbul und anderen Städten wurden Demonstrationen kurzerhand verboten - ein weiterer Schlag gegen demokratische Grundrechte. Die fadenscheinigen Vorwürfe gegen Imamoglu - von Korruption bis zur Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation - wirken wie aus dem Lehrbuch autoritärer Machthaber. Offensichtlich soll hier ein potentieller Konkurrent für die Präsidentschaftswahl 2028 politisch ausgeschaltet werden.
Lira bleibt angeschlagen
Die türkische Währung zeigt sich von den jüngsten Entwicklungen ebenfalls schwer getroffen. Mit Kursen von 38 Lira für einen US-Dollar und über 41 Lira für einen Euro manifestiert sich der dramatische Wertverlust der türkischen Währung. Die einstige regionale Wirtschaftsmacht Türkei versinkt zusehends im Chaos aus politischer Willkür und wirtschaftlichem Niedergang.
Hinweis: Die in diesem Artikel zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen und Meinungen basieren auf unserer persönlichen Sichtweise der aktuellen Ereignisse. Sie stellen keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte seine Investitionsentscheidungen auf Basis eigener sorgfältiger Recherchen treffen.

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