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27.03.2025
16:02 Uhr

Energieriese TotalEnergies liebäugelt mit Wiederbelebung der Nord Stream Pipelines

Die Diskussion um die Zukunft der beschädigten Nord Stream Pipelines nimmt eine überraschende Wendung. Patrick Pouyanne, CEO des französischen Energiekonzerns TotalEnergies, brachte am Mittwoch in Berlin die mögliche Reaktivierung der umstrittenen Gasleitungen ins Spiel. Eine Aussage, die in der aktuell aufgeheizten politischen Atmosphäre für erheblichen Zündstoff sorgt.

Europas Industrie braucht günstiges Gas

Der TotalEnergies-Chef spricht dabei Klartext: Ohne russisches Gas könne die europäische Industrie langfristig nicht wettbewerbsfähig bleiben. Die Alternative - Flüssiggas (LNG) aus anderen Weltregionen - sei schlichtweg zu teuer. Eine nüchterne Analyse, die so gar nicht zur ideologisch geprägten Energiepolitik der Ampel-Regierung passen will.

Politischer Widerstand formiert sich

Erwartungsgemäß stößt der Vorstoß bei der politischen Elite auf erbitterten Widerstand. Allen voran der scheidende Wirtschaftsminister Robert Habeck, der die Diskussion als "völlig falsche Richtung" bezeichnet. Auch das Wirtschaftsministerium stellt klar: Eine Wiederinbetriebnahme der Pipelines stehe nicht zur Debatte. Besonders drastisch äußert sich Estlands Außenminister Margus Tsahkna, der die Pipelines lieber "in Stücken am Meeresgrund" sieht als auf dem EU-Energiemarkt.

Die bittere Realität der Energieversorgung

Doch während sich die Politik in moralischer Entrüstung übt, spricht Pouyanne die unbequeme Wahrheit aus: Zwei der vier Pipeline-Stränge könnten durchaus wieder in Betrieb gehen. Eine Prognose, die vor allem vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Wirtschaftskrise in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Die explodierenden Energiekosten haben bereits zu einer massiven Abwanderung energieintensiver Industrien geführt.

Ideologie versus Wirtschaftlichkeit

Die aktuelle Situation offenbart einmal mehr den Konflikt zwischen ideologisch getriebener Politik und wirtschaftlicher Realität. Während die Bundesregierung weiter an ihrem strikten Anti-Russland-Kurs festhält, wächst in der Wirtschaft die Erkenntnis, dass eine dauerhafte Abkopplung von russischen Energielieferungen das Ende des Industriestandorts Deutschland bedeuten könnte.

Ausblick: Pragmatismus statt Ideologie gefragt

Die Äußerungen des TotalEnergies-CEOs könnten der Auftakt zu einer längst überfälligen Debatte sein. Denn eines wird immer deutlicher: Die deutsche Wirtschaft braucht eine verlässliche und bezahlbare Energieversorgung - unabhängig von politischen Wunschvorstellungen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann die Realität die ideologischen Scheuklappen der aktuellen Politik hinwegfegen wird.

Die Zeit drängt. Jeden Tag, den wir weiter auf teure LNG-Lieferungen setzen, verliert der Wirtschaftsstandort Deutschland weiter an Wettbewerbsfähigkeit. Eine Entwicklung, die sich unsere exportorientierte Volkswirtschaft nicht mehr lange leisten kann.

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