
Ford Deutschland: Gewerkschaft fordert 200.000 Euro Mindest-Abfindung pro Mitarbeiter
Die Situation bei Ford Deutschland spitzt sich dramatisch zu. Während der US-Autobauer seine deutsche Tochtergesellschaft immer weiter zusammenschrumpft, fordert die IG Metall nun astronomisch hohe Abfindungen für die betroffenen Mitarbeiter. Der Sockelbetrag soll bei sage und schreibe 200.000 Euro pro Kopf liegen - und das ist noch nicht alles.
Millionenschweres Abfindungspaket soll Stellenabbau "vergolden"
Die Gewerkschaft hat ein regelrechtes Wunschkonzert an Forderungen vorgelegt: Neben dem üppigen Grundbetrag soll pro Beschäftigungsjahr noch ein Drittel-Jahresgehalt obendrauf kommen. Für jedes Kind sind weitere 10.000 Euro vorgesehen, Menschen mit Behinderung sollen zusätzliche finanzielle Aufschläge erhalten. Selbst Mitarbeiter, deren Tätigkeitsbereich lediglich ausgelagert wird, sollen in den Genuss der großzügigen Abfindungsregelung kommen.
Angst vor der Pleite: US-Mutter zieht Insolvenzschutz zurück
Besonders brisant: Die Ford Motor Company hat kürzlich ihre Patronatserklärung für die deutsche Tochter zurückgezogen - ein Schritt, der in der Belegschaft die Alarmglocken schrillen lässt. Dieser Schritt bedeutet nichts anderes, als dass der Mutterkonzern den Insolvenzschutz für Ford Deutschland aufgehoben hat. Kein Wunder, dass die IG Metall nun einen individuellen Insolvenzschutz für die deutschen Beschäftigten fordert.
Elektro-Strategie floppt - Stellenabbau unausweichlich?
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bis Ende 2027 sollen 2900 Stellen wegfallen. Damit würde die Belegschaft auf unter 9000 Mitarbeiter schrumpfen. Das Management verweist zwar auf die Investitionen in die Elektromobilität am Standort Köln, wo zwei E-Auto-Modelle vom Band laufen. Doch die ernüchternde Wahrheit ist: Die Verkaufszahlen bleiben weit hinter den Erwartungen zurück.
Gewerkschaft droht mit Warnstreiks
Die Sozialtarifverhandlungen stehen unmittelbar bevor, und die IG Metall macht bereits klar: Man ist bereit, den Forderungen mit Warnstreiks Nachdruck zu verleihen. "Wir kämpfen weiter für ein solides Zukunftskonzept zur Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze", betont David Lüdtke, IG-Metall-Sprecher bei Ford in Köln. "Aber jetzt hat absolute Priorität, ein insolvenzgeschütztes finanzielles Sicherheitsnetz für alle zu verhandeln."
Kommentar: Symptom einer verfehlten Industriepolitik
Der drohende Kahlschlag bei Ford Deutschland ist ein weiteres Warnsignal für den Industriestandort Deutschland. Während die Bundesregierung von einer vermeintlichen Erfolgsgeschichte der Elektromobilität schwärmt, zeigt die Realität ein anderes Bild: Die Kunden stimmen mit ihrem Kaufverhalten ab - und das fällt für die E-Mobilität ernüchternd aus. Die Transformation der Automobilindustrie droht zu einem wirtschaftlichen Desaster zu werden, das tausende gut bezahlte Industriearbeitsplätze kostet.
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