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28.03.2025
07:57 Uhr

Elon Musk als Sparkommissar: Radikalkur für den aufgeblähten US-Staatsapparat

Der selbsternannte Retter des US-Haushalts, Tech-Milliardär Elon Musk, hat nun erstmals einen konkreten Zeitrahmen für seine umstrittene Mission als Leiter der Effizienzbehörde DOGE genannt. In einem aufsehenerregenden Interview mit Fox News kündigte der Tesla-Chef an, dass seine Amtszeit auf 130 Tage begrenzt sei - eine Zeit, die er für ausreichend halte, um "den größten Teil der erforderlichen Arbeit" zu vollenden.

Drastische Einschnitte im Namen der Effizienz

Musks bisherige Bilanz als Sparkommissar liest sich wie ein Katalog radikaler Einschnitte: Massenentlassungen, Auflösung ganzer Behörden und die Streichung milliardenschwerer Staatsaufträge. Sein erklärtes Ziel: Das gigantische US-Haushaltsdefizit von einer Billion Dollar deutlich zu reduzieren. Ein Unterfangen, das in Washington für erhebliche Unruhe sorgt.

Die fragwürdige Erfolgsgeschichte der Entlassungswelle

Besonders pikant: Während Musk in dem Fox-Interview behauptet, "im Grunde genommen ist niemand entlassen worden", sprechen die offiziellen Zahlen eine andere Sprache. Mindestens 24.000 Bundesbedienstete haben bereits ihren Arbeitsplatz verloren, und Experten rechnen mit zehntausenden weiteren Stellenstreichungen. Eine Entwicklung, die die Frage aufwirft, ob hier nicht der Bock zum Gärtner gemacht wurde.

"Revolution" oder Kahlschlag?

Mit für ihn typischer Grandezza bezeichnet Musk seine Reformbemühungen als "die größte Revolution in der Regierung seit der ursprünglichen Revolution". Teil seines Teams ist unter anderem Airbnb-Mitgründer Joe Gebbia, der von einer Vision eines "Apple-Store-ähnlichen Erlebnisses" für Behördengänge schwärmt. Ob diese Silicon-Valley-Mentalität dem komplexen Staatsapparat gerecht wird, darf bezweifelt werden.

Sozialleistungen im Visier

Besonders brisant sind Musks Pläne für das Sozialversicherungssystem, das er als "veraltet" bezeichnet. Zwar verspricht er vollmundig, dass die Menschen "mehr Geld erhalten werden, nicht weniger" - bleibt aber konkrete Erklärungen schuldig, wie dies bei massiven Kürzungen gelingen soll. Ein gefährliches Spiel mit dem sozialen Frieden.

Fehlereingeständnis mit Hintertür

Immerhin räumt der Tech-Mogul ein, dass bei den Kürzungen Vorsicht geboten sei und Fehler passieren könnten. Seine Baseball-Analogie - man könne keinen perfekten Schlagdurchschnitt von 1.000 erreichen - wirkt dabei allerdings wie eine vorauseilende Entschuldigung für möglicherweise fatale Fehlentscheidungen.

Fazit: Ein riskantes Experiment

Musks radikaler Ansatz zur Haushaltskonsolidierung gleicht einem gefährlichen Experiment am offenen Herzen des Staatsapparats. Ob seine "Revolution" tatsächlich zu einer effizienteren Verwaltung führt oder nur soziale Verwerfungen nach sich zieht, wird sich schon in wenigen Monaten zeigen. Eines steht fest: Die Uhr für den selbsternannten Retter des US-Haushalts tickt.

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