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Was genau versteht man eigentlich unter dem Goldpreis?
Ganz allgemein versteht man unter dem Goldpreis den aktuellen Weltmarktpreis für Gold. Bei diesem gegenwärtig festgesetzten Preis, der dann beispielsweise durch die Nachrichten kursiert, handelt es sich um den sogenannten “Spot-Preis”. Es gibt noch weitere Arten von Preisen – aber dazu weiter unten mehr.
Der Preis notiert in US-Dollar und bezieht sich auf die standardisierte Gewichtseinheit “Feinunze”. Diese liegt bei 31,1 Gramm (exakt: 31,1034768 g). Die Feinunze wird auch vereinfacht mit “Unze” abgekürzt; auch das Kürzel “oz” (engl.: “ounce”) oder “tr” (engl.: “troy ounce”) sind international gängig.
An den internationalen Rohstoffbörsen wird ein Währungskürzel genutzt, das standardisiert ist. In diesem Falle ist es die ISO 4217-Norm, die von der internationalen Organisation für Normung (ISO) vergeben wurde. Im Goldhandel ist es “XAU”. Es steht ein X am Anfang und gibt an, dass es keine nationale Währung ist, gefolgt von der Abkürzung des jeweiligen chemischen Symbols. Im Falle von Gold ist es “Au”, was für “Aurum” – das lateinische Wort für Gold – steht. (Übrigens: Das lateinische Wort für Silber ist “Argentum”, davon leitet sich das Elementsymbol “Ag” ab. Daher lautet das Währungskürzel für Silber “XAG”.)
Der Spot-Preis ist der aktuelle Weltmarktpreis für eine Feinunze (ca. 31,1 g) Gold.
Wie kommt der Goldpreis zustande?
Wenn sich ein Preis bildet, gibt es für das entsprechende Gut einen Käufer sowie einen Verkäufer. Der Verkäufer gibt einen Angebotspreis ab, der Käufer einen Nachfragepreis. Dann treffen sich die Preisvorstellungen beider Seiten und der Preis entsteht. Ein Preis bildet sich beim Gold im Prinzip, wie auf jedem anderen Markt auch, also durch Angebot und Nachfrage. Steigt das Angebot, sinkt der Preis; steigt die Nachfrage, steigt der Preis.
Auf den Goldpreis wirken hinsichtlich einer Begründung der Kauf- oder Verkaufsentscheidung viele verschiedene Einflussfaktoren ein. Diese sind oft wirtschaftlicher oder politischer Natur. Allgemeine Wirtschaftsbedingungen, wie ökonomische Instabilität, Inflation oder Wechselkurse sowie geopolitische Entwicklungen – wie etwa Kriege – zählen hierzu. Zudem spielen Zentralbanken eine Rolle. Sie beeinflussen das wirtschaftliche Verhalten durch die Festlegung der Leitzinsen, treten selbst aber auch als Käufer und Verkäufer am Goldmarkt auf.
Des Weiteren wirken auch Spekulanten auf den Goldpreis ein. Aufgrund von Nachrichten, Gerüchten und Erwartungen, erhöhen sie ihre Handelsaktivitäten und können damit zu einer deutlichen Kursbewegung führen. Ihr Motiv liegt darin, von den Preisschwankungen auf dem Goldmarkt zu profitieren.
Preisbildung am Markt: Steigt das Angebot, sinkt der Preis; steigt die Nachfrage, steigt der Preis.
Die Rolle des Goldangebots
Das globale Goldangebot ergibt sich aus der globalen Fördermenge, recyceltem Gold, Zentralbankkäufen und -verkäufen sowie dem Produzenten-Hedging bzw. Terminhandel. Dieses setzte sich die vergangenen zwei Jahre jeweils wie folgt zusammen:
| 2024 | 2025 (geschätzt) | |
| Goldförderung: | 3.661,2 Tonnen | 3.671,6 Tonnen |
| Gold-Recycling: | 1.370 Tonnen | 1.404,3 Tonnen |
| Netto Produzenten-Hedging*: | – 56,8 Tonnen | – 73,6 Tonnen |
| Total: | 4.974,5 Tonnen | 5.002,3 Tonnen |
(Quelle: World Gold Council)
Kriterien, die sich aus betriebswirtschaftlicher Sicht direkt auf die Entwicklung eines Preises auswirken, sind Produktionskosten. Danach gerichtet, sollte das Goldangebot durch die Produktion von Gold – und die Goldnachfrage durch ihre unmittelbare Verwendung – bestimmt sein. Demnach hängt eine wichtige Einflussgröße, die am Anfang der Preisentstehung von manchen als elementar angesehen wird, mit den Bergbauaktivitäten der Goldminenbetreiber zusammen. Hier entstehen Förder- bzw. Explorationskosten. Die Aufwendungen, die bei der Produktion des Goldes zudem mit hineinspielen, sind Entwicklungen bei der Fördertechnologie. Obendrein beeinflussen neu entdeckte Vorkommen ein Stück weit auch den Angebotspreis.
Hat der Goldpreis eine “natürliche Untergrenze”?
Die Meinung, dass Goldpreise nicht unter die Förderkosten fallen, ist weit verbreitet. Sie scheint schlüssig: Goldminenbetreiber halten sich mit der Förderung zurück, wenn die Kosten unter dem Verkaufspreis liegen, da es sich dann nicht lohnt. Dadurch verknappt sich das Angebot und der Preis steigt wieder. Daher wird die Höhe der Förderkosten als eine Art “natürliche Untergrenze” gesehen, unter die der Goldpreis nicht fallen könne. Zugleich gibt es Stimmen, die diese Behauptung für einen Mythos halten.
Jährlich werden die durchschnittlichen Förderkosten der Goldminenbetreiber berechnet. Wenn diese Zahlen der letzten vier Jahre mit den entsprechenden durchschnittlichen jährlichen Goldpreisen verglichen werden, scheint diese Behauptung zu stimmen.
| Jahr | Ø-Förderkosten* | Ø-Jahrespreis* |
|---|---|---|
| 2022 | 1.276 | 1.801,87 |
| 2023 | 1.358 | 1.943 |
| 2024 | 1.399 | 2.388,81 |
| 2025 | 1.600 | 3.439,37 |
(Quelle: World Gold Council)
Kritiker dieser Theorie verweisen auf die Relation zwischen der bereits bestehenden Goldbeständen und der geförderten Menge. Laut dem World Gold Council lagen die oberirdisch existierenden Bestände bei 219.891 Tonnen (Stand: Ende 2025), abgebaut wurden nach aktuellsten Schätzungen 3.671,6 Tonnen. Der Anteil des produzierten Goldes im Verhältnis zu den bereits überirdisch vorhandenen beträgt 1,7 Prozent.
Ein weiterer Kritikpunkt der Skeptiker der Annahme sind die durchschnittlichen Förderkosten an sich. Diese variieren teils stark voneinander. Sie werden international in Dollar und in AISC (All-In Sustaining Cost) gemessen, welche die Gesamtkosten berücksichtigt. Sie dienen als Grundlage für die durchschnittlichen Förderkosten, die in der vorherigen Tabelle angegeben wurden.
In Folgendem die AISC von drei der bedeutendsten Unternehmen aus der Branche:
| Förderer | 2024* | 2025* |
|---|---|---|
| (Ø Goldpreis 2.389 US-$) | (Ø Goldpreis 3.439 US-$) | |
| (AISC in US-$/oz.) | (AISC in US-$/oz.) | |
| Newmont | 1.516 | 1.630 |
| Barrick Gold | 1.495 | 1.460 – 1.560 |
| Agnico Eagle | 1.214 | 1.250 – 1.300 |
(Quelle: Eigene Unternehmensangaben)
Im Jahr 2025 lagen die durchschnittlichen AISC weltweit bei 1.500 bis 1.600 US-Dollar. Zwischen Barrick Gold und Agnico lag der Unterschied bei Gesamtkosten der Förderung einer Unze Gold bei mehr als mindestens 160 US-Dollar (auf reiner Durchschnitts-Basis 235 US-Dollar); zwischen Newmont und Agnico sogar bei mehr als 300 US-Dollar.
In den vergangenen 40 Jahren hatte der Goldpreis im Jahr 2000 AISC-Kosten in Höhe von 270 Dollar erreicht. Der durchschnittliche Goldpreis des Jahres lag bei 279,24 US-Dollar, im Juli war er sogar auf einen seitdem nie wieder gemessenen Tiefstpreis von 236 US-Dollar gefallen.
Ein weiterer Rückgang um ca. 40 Prozent brachte den Goldpreis 2015 wieder in die Nähe der 1000er-Marke, auf bis zu 1.050 US-Dollar. Der Wert lag wieder ein wenig über den AISC-Kosten von etwas über 1.000 US-Dollar. Eine Reihe unrentabler Minen schlossen zu dieser Zeit und die Branche konsolidierte.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die durchschnittlichen Förderkosten als eine Art Richtwert herangezogen werden können, aber nicht als eine absolute Größe zu verstehen sind.
Goldangebot durch Recycling
Das recycelte Gold lag 2024 weltweit bei 1.370 Tonnen, 2025 bei 1.404,3 Tonnen. Im Jahr 2024 waren es 4.974,5 Tonnen an Gesamtangebot, die an den Weltmarkt gelangten, im Jahr 2025 waren es 5.002,3 Tonnen. Recyceltes Gold machte demnach global etwas weniger als ein Viertel des gesamten Goldangebotes aus. 90 Prozent davon werden aus Altgold – etwa Goldschmuck, Zahngold oder Goldmünzen – hergestellt, die restlichen zehn Prozent entfallen auf Gewinnung aus Elektroschrott.

(Quelle: World Gold Council)
Recyceltes Gold macht circa ein Viertel des Gesamtangebotes aus.
Die Rolle der Goldnachfrage
Für die Nachfrage an Gold kommen vier Sektoren infrage. Folgende Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2025:
Schmucksektor: 32,8 Prozent der Nachfrage entfielen 2025 auf den Schmucksektor. Goldschmuck ist in den beiden Milliardenvölkern Indien und China traditionell stark nachgefragt. Bei einer Gesamtnachfrage von 1.638 Tonnen weltweit, entfielen ca. 540 Tonnen auf China und 360 Tonnen auf Indien.
Zentralbanken: 17,3 Prozent der Nachfrage kam durch die Zentralbanken zustande. Dass die Zahlen nicht immer stimmen müssen, zeigt China. Offiziell hat es 2025 nur 25,87 Tonnen gekauft, aber Goldman Sachs, Bloomberg und Kobeissi Letter gehen von 270 Tonnen – also mehr als dem 10-fachen – aus. Doch zu dieser Thematik im Laufe des Artikels noch mehr.
Investmentsektor: Zu Investmentzwecken wurden 43,5 Prozent verwendet. Als physisches Anlagegold eignen sich an erster Stelle Goldbarren und Goldmünzen.
Industrie: Die Nachfrage in der Industrie lag bei 6,4 Prozent. Die entsprechende Menge hält sich über die Jahre relativ stabil und der Anteil schwankt dabei etwa zwischen 6 und 8 Prozent. Wegen seiner sehr hohen elektrischen Leitfähigkeit und Formbarkeit ist es größtenteils in der Elektronik und bei der Herstellung von Mikroprozessoren nachgefragt.

(Quellen: ICE Benchmark administration, Metals Fokus, Refinitv GFMS, World Gold Council)
Goldnachfrage vs. Goldangebot
Die Annahme, dass sich der Goldpreis rein aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem internationalen Markt ergibt, ist eine stark simplifizierte Betrachtung. Grundsätzlich gilt zwar, wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt der Preis und umgekehrt, aber trotzdem ist dieses traditionelle ökonomische Modell nicht vollständig ausreichend, um die Preisentwicklung von Gold auf dem internationalen Markt zu erklären. Deutlich wird das anhand der folgenden Betrachtung:
Im Jahr 2025 hielten sich Goldangebot die Goldnachfrage mit jeweils ca. 5.000 Tonnen die Waage. Dennoch ist der Goldpreis im Jahresdurchschnitt von 2.388,81 US-Dollar in 2024 auf 3.439,37 US-Dollar in 2025 gestiegen. Dieser Preisanstieg trotz des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage beweist, dass der Goldpreis nicht nur von dem offiziellen Angebot und der offiziellen Nachfrage getrieben wird. Dies liegt vor allem an zwei Faktoren. Zum einen stimmt die offizielle nicht mit der tatsächlichen Goldnachfrage bzw. dem Goldangebot überein.
Zum Anderen gibt es auch noch den psychologischen Faktor, der einen starken Einfluss auf den Goldpreis hat, und sich dabei dem klassischen ökonomischen Gesetz von Angebot und Nachfrage entzieht. Beide Faktoren erklären wir in den folgenden Absätzen genauer.
Die versteckte Goldnachfrage
Zusätzlich zur erkennbaren Nachfrage beeinflusst auch der Over-the-Counter (OTC)-Handel den Goldpreis, dessen Umfang schwer quantifizierbar ist, da er außerhalb der regulären Börsen stattfindet und daher nicht öffentlich einsehbar ist. Der OTC-Markt ermöglicht diskrete Transaktionen, die ebenfalls bedeutende Auswirkungen auf die Preisbildung haben können, ohne dass dies sofort in den offiziellen Nachfragezahlen reflektiert werden. (Wie OTC funktioniert und was der Unterschied zur klassischen Börse ist, wird weiter unten noch erklärt.)
Die genaue Höhe der versteckten Goldnachfrage ist leider nicht einfach zu quantifizieren, übertrifft in Kombination mit der offiziellen Nachfrage nach dem Edelmetall das Goldangebot jedoch deutlich. Einen großen Teil der versteckten Nachfrage machen geheime Käufe der Zentralbanken aus. Wie bereits erwähnt, mehr zu diesem spannenden Thema im Abschnitt über die Goldkäufe der Zentralbanken.
Wirtschaft ist Psychologie – der Goldpreis auch
Ludwig Erhard, der Kanzler des Wirtschaftswunders in den 60ern sagte, dass Wirtschaft zu 50 Prozent Psychologie sei. Und das Zitat “Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten; alles andere ist Psychologie.” stammt von André Kostolany, dem Grandseigneur der Börse. Vor diesem Hintergrund spielt Gold eine herausragende Rolle. Aufgrund seiner Unverwüstlichkeit und Wertstabilität zählt es für viele Anleger über Jahrhunderte und Jahrtausende als “sicherer Hafen” in der Vermögensanlage. Dieser psychologische Hintergrund bietet ebenfalls eine Erklärung für die steigenden Goldpreise und beeinflusst den Prozess der Preisfindung, ohne direkt auf Angebot und Nachfrage einzuwirken.
Gold gilt vor allem in Krisenzeiten als “sicherer Hafen” und sorgt bei Anlegern für mentale Sicherheit.
Goldmärkte & Handelsplätze
Es gibt mehrere bedeutende Handelsplätze auf der Welt, an denen Gold gehandelt wird und Preise dafür festgestellt werden. Und unter ihnen kommt einem eine ganz besondere Rolle zu – dem traditionsreichen Londoner Handelsplatz “London Bullion Market”. Dieser ist für den eingangs erwähnten Spotpreis zuständig.
Wie an allen anderen Handelsplätzen auch, treffen hier wichtige staatliche und nicht-staatliche Akteure zusammen, um Gold zu kaufen oder zu verkaufen. Zu diesen gehören Geschäfts- und Zentralbanken, Unternehmen, die Goldminen betreiben oder es raffinieren (Prozess der Reinigung und Veredelung), Juweliere, Fondsverwalter und andere Großinvestoren bzw. Spekulanten.
Doch bevor wir zum London Bullion Market kommen, ist eine Unterscheidung von fundamentaler Bedeutung: Nämlich die eben angekündigte zwischen einem OTC-Markt und einer Börse:
Zunächst zu OTC, was für “Over The Counter” steht bzw. soviel wie “Über dem Tresen” bedeutet. Damit ist der außerbörsliche Handel gemeint; also ein Handel, der nicht über eine Börse getätigt wird. Vereinfacht gesagt, werden an einer Börse standardisierte Produkte (festgelegte Mengen, Arten, Zusammensetzungen etc.) mit einem zwischengeschalteten Makler gehandelt, wobei der OTC-Handel auf individuellen Vertragsvereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer basiert.
An Rohstoffbörsen werden standardisierte Produkte mittels Makler gehandelt; an OTC-Märkten treffen die Geschäftspartner individuelle Absprachen.
London Bullion Market
Der London Bullion Market ist bei Weitem der wichtigste OTC-Markt für Gold und Silber weltweit, ein Teil dessen der Londoner Goldmarkt ist. Er wurde 1987 in enger Absprache mit der britischen Zentralbank “Bank of England” gegründet. Der Goldmarkt ist in der “City of London” ansässig – einem Distrikt im Herzen der Hauptstadt. An diesem geschichtsträchtigen Handelsplatz wird seit 1897 quasi der “Weltmarktpreis” für Silber und seit 1919 der für Gold festgestellt. Anhand des Handelsvolumens gemessen, handelt es sich um den größten Goldmarkt für physisches Gold.
Die London Bullion Market Association (LBMA) ist eine weltweite Vereinigung, in die mehr als 190 Unternehmen aus 27 Ländern eingebunden sind. Sie organisiert und koordiniert den Handel.
Der fortlaufende Handel findet zwischen 08:00 Uhr und 17:00 Uhr Londoner Ortszeit börsentäglich bzw. von Montag bis Freitag statt. Da es hier ja keinen klassischen Börsenhandel gibt, wird zweimal am Tag ein Preis fixiert. Der erste um 10:30 Uhr, der zweite um 15:00 Uhr. Dieses Goldfixing wird von 15 Banken vorgenommen, die einander verbindliche An- und Verkaufspreise stellen; fünf davon sind für die Abwicklung der Geschäfte zuständig (Stand: Februar 2026). Dieser Fixing-Preis, der als LBMA-Goldpreis bezeichnet wird, dient als Richt- und Orientierungswert für die Preisbildung von Gold.
Beim Londoner Goldfixing wird der Spot-Preis für Gold festgesetzt.
Good Delivery – Goldbarren in guter Qualität
Im Londoner Goldhandel sind lediglich sogenannte Good Delivery-Goldbarren zugelassen. Sie wiegen zwischen 350 Feinunzen und 430 Feinunzen. Meistens sind es klassische Barren aus 400 Feinunzen, die rund 12,44 kg wiegen. Sie müssen eine Feinheit von mindestens 995/1000 aufweisen. Praktisch gilt 999er Gold als reines Gold, 995 Teile von 1000 sind also reines Gold; anders ausgedrückt: 995 Promille oder 99,5 Prozent. Die Goldbarren müssen eine LBMA-Zertifizierung ausweisen. Diese werden Produzenten zuerkannt, die weltweit ein hohes Ansehen genießen. Damit sollen hochwertige Qualitätsstandards gewährleistet werden.
| Karat (K) | Goldreinheit (%) | Feingehalt (‰) | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| 24 | 99.9% | 999 | Reines Gold |
| 22 | 91.6% | 916 | Sehr hohes Gold, fast reines Gold |
| 21 | 87.5% | 875 | Hochwertiges Gold |
| 18 | 75.0% | 750 | Standard für hochwertigen Schmuck |
| 14 | 58.3% | 583 | Oft für Schmuck verwendet |
| 12 | 50.0% | 500 | Halbgold |
| 10 | 41.7% | 417 | Niedrigerer Goldgehalt |
| 9 | 37.5% | 375 | Günstigerer Schmuck |
| 8 | 33.3% | 333 | Niedrigste Handelsqualität |
Der allseits bekannte klassische Goldbarren wiegt 400 Feinunzen, was rund 12,44 kg entspricht, und besteht aus mindestens 99,5 % reinem Gold.
COMEX – Die Wall Street des Goldes
Eine weitere Börse, die von großer Wichtigkeit für den Goldpreis ist, ist die COMEX (Commodity Exchange bzw. Rohstoffbörse) und befindet sich in New York. Sie ist Teil der NYMEX (New York Mercantile Exchange / New Yorker Handelsbörse), mit der sie 1994 fusionierte. Die NYMEX wurde 2008 von der Chicagoer CME Group übernommen, welche den größten Terminbörsenbetreiber der Welt darstellt.
Der Unterschied zwischen einem Spotmarkt (auch Kassamarkt oder Effektivmarkt genannt) – wie dem Londoner Goldmarkt – und einem Terminmarkt wie die COMEX liegt darin, dass am Spotmarkt Geschäftsabschluss und Geschäftserfüllung innerhalb kurzer Zeit stattfinden. Die Abwicklungsfrist am OTC-Markt in der britischen Hauptstadt beträgt zwei Tage. Am Terminmarkt hingegen erfolgt die Erfüllung einer Geschäftsvereinbarung erst zu einem späteren Zeitpunkt. Beide Vertragspartner legen im Voraus ihren jeweiligen Kauf- und Verkaufskurs fest, der an einem bestimmten Datum gelten soll. Ob der Spotpreis zu diesem Termin höher oder niedriger ist als der vorher festgelegte Preis, bleibt ohne Belang. Die Geschäfte werden zu den vorher festgelegten Terminpreisen abgewickelt.
Die COMEX dominiert den Markt für Gold-Futures weltweit. Neben dem Spotpreis für Gold am Londoner Goldmarkt sind die Preise für diese Gold-Futures die wichtigsten Referenzwerte für die Entwicklung der Preise. Die Vereinbarungen können verschiedene Mengen oder unterschiedliche Zeitpunkte in den folgenden Monaten betragen. Im Regelfall liegt der Abrechnungstag bis zu drei Monate in der Zukunft. Obwohl die Warenterminbörse Lagerhäuser betreibt, um eine physische Auslieferung des Goldes zu organisieren, wird nur selten davon Gebrauch gemacht. Die Futures werden hauptsächlich als Instrument zur Preisabsicherung (Hedging) und vor allem als Spekulationsobjekt in Bezug auf die Goldpreisentwicklung genutzt.
Beim Spotmarkt wird ein Geschäft zu aktuellen Bedingungen abgeschlossen und in kurzer Zeit erfüllt. Beim Terminmarkt wird ein Preis für einen zukünftigen Zeitpunkt festgelegt und erst später erfüllt.
Hedging und Spekulation, bei dem die Preisdifferenz im Handel durch einen Geldbetrag ausgeglichen war über Jahrzehnte Alltag an weltweiten Börsen und Handelsplätzen, an denen Edelmetalle gehandelt wurden. Doch durch die stetig zunehmenden Krisen der vergangenen Jahre hat der Wunsch, physisches Gold wirklich auch im Besitz haben zu wollen, deutlich zugenommen. Einen entscheidenden Wendepunkt hier stellt die zweite Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump ab Januar 2025 dar. Die Androhungen Zölle zu erheben, die er dann auch umsetzte, waren schon im Wahlkampf ein Thema.
Mehr als 2.000 Tonnen Gold wurden schon im Dezember 2024 von London in die USA verschifft, denn die Händler wollten ihr Gold in Sicherheit bringen, bevor Trump möglicherweise Zölle darauf erhebt. Die Folge, davon war, dass alle Frachtflüge über den Atlantik monatelang ausgebucht waren, Goldschmelzen arbeiteten mit sechs Wochen Verzögerung, und die Kosten explodierten. Im Zuge dessen kam es zu Wartezeiten von vier bis acht Wochen – anstatt der bis dahin gewöhnlichen Abholung bzw. Ablieferung innerhalb von Tagen.
Shanghai Gold Exchange – Chinas Umschlagplatz für Gold
Die Shanghai Gold Exchange (SGE) ist die größte Warenbörse Chinas. Die chinesische Regierung gab 2001 ihr Monopol für den Edelmetallhandel auf, wonach 2002 die Börse durch die chinesische Zentralbank gegründet wurde. An ihr werden Gold, Silber und Platin gehandelt. Zudem wurde das Handelsverbot für Privatinvestoren abgeschafft, was die Nachfrage deutlich angeregt hat. Zum einen wollte die Regierung zum Binnenhandel mit Gold animieren sowie zum anderen die Position des Landes auf dem globalen Goldmarkt stärken.
Das ganze Gold, das im Inland – als größter Goldproduzent der Welt – gefördert und recycelt wird, läuft über diese Börse. Die großen Handelsmengen haben dem Handelsplatz weltweit große Bedeutung zukommen lassen. Nachdem es nur einigen wenigen ausländischen Großbanken erlaubt war, Goldgeschäfte in China zu tätigen, wurde der Goldmarkt des Landes mit der Gründung der Shanghai International Gold Exchange (SGEI) für weitere internationale Marktteilnehmer geöffnet. Des Weiteren, in Verbindung mit einer Freihandelszone, wird über diesen Weg auch Gold ins Land importiert.
Seit April 2016 ermittelt China seinen eigenen Gold-Referenzkurs, der zweimal täglich an der SGE bekanntgegeben wird. Gehandelt werden u.a. Goldbarren und Panda-Goldmünzen (30 Gramm) bestimmter Jahrgänge. Damit entstand neben dem Londoner Goldmarkt, an dem der Referenzkurs zweimal täglich in Dollar ermittelt wird, ein zweiter bedeutender Goldmarkt. Die Auktionen werden an Handelstagen um 10:15 Uhr und 14:15 Uhr Pekinger Ortszeit abgehalten. Der Shanghaier Referenz-Goldpreis basiert auf einem Kilogramm Gold, lieferbar an SGE-zertifizierte Tresore und in notiert in Yuan. Häufig liegt er höher als der Goldpreis in London, was dazu führt, dass Gold vermehrt aus dem Westen abwandert und nach Asien dringt. Mehr dazu jedoch später.
Die SGE will, zusammen mit ihren Tochterunternehmen SGEI und SHFE (Shanghai Futures Exchange), in bewusster Konkurrenz mit dem Londoner Goldmarkt und der COMEX treten. Insbesondere im Gegensatz ist der tatsächlich stattfindende physische Goldhandel ein hauptsächliches Unterscheidungsmerkmal. (Wie die chinesischen Börsen die westlichen Platzhirsche herausfordert, darauf werden wir noch etwas weiter unten noch eingehen.)
Die Shanghai Gold Exchange (SGE) ist das chinesische Pendant zum London Bullion Market, die Shanghai Futures Exchange (SHFE) das zur COMEX.
ETF & ETC: Investieren in Papiergold
Wichtige Investmentmöglichkeiten bietet das sogenannte “Papiergold” als Anlage. Es sind Finanzprodukte auf Gold, die an der Börse gehandelt werden. Privatinvestoren wird damit die Möglichkeit geboten, auf eine steigende Goldpreis-Entwicklung zu spekulieren, ohne selbst die Lagerung oder den Transport des Goldes organisieren zu müssen. (Der Begriff „Papiergold“ ist hier nicht zu verwechseln mit Terminkontrakten, die oft – wenn auch in einem erweiterten Sinne – ebenfalls als solches bezeichnet werden. Er soll darauf hinweisen, dass der Kontrakt nicht durch physisches Gold abgedeckt ist und demnach – häufig auch mit kritischem Unterton – „nur auf dem Papier“ existiert.)
Vor allem sind zwei Arten von Finanzinstrumenten zu nennen, die in diesem Zusammenhang erwähnenswert sind. Der ETF und der ETC. Der ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, der in physisches Gold investiert. Es ist tatsächlich verwahrt und dem Investor eindeutig zuzuordnen.
Das ETC (Exchange Traded Commodity) ist ebenfalls ein an der Börse handelbares Finanzprodukt, das den Goldpreis widerspiegelt. Wichtig zu beachten: ETCs sind rechtlich betrachtet Schuldverschreibungen. Die Anleger sind damit nicht Eigentümer des Goldes, wie es bei ETFs der Fall ist. Genau genommen sind sie Gläubiger des Herausgebers des Finanzinstruments. Im Falle einer Insolvenz sind die Anleger beim ETF auf der sicheren Seite, da es sich um sog. Sondervermögen handelt. Es wird im Falle einer Insolvenz nicht angetastet. Unter solchen Umständen bliebe der ETF-Anleger Eigentümer, der ETC-Anleger könnte im schlimmsten Fall einen Totalverlust erleiden.
Der Goldpreis seit 1900 weltweit und in Deutschland: Tabelle
Die historische Betrachtung des Goldpreises in Deutschland und seine Verknüpfung mit verschiedenen nationalen Währungen bietet eine faszinierende Einsicht in die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Wechselwirkungen mit globalen Finanzmärkten. Diese Tabelle zeigt den Goldpreis in Euro und in den jeweiligen deutschen Währungen von der Goldmark bis zur Deutschen Mark über verschiedene bedeutende historische Epochen hinweg.
Von 1871 bis 1914, während der Zeit der Goldmark, war der Goldpreis durch das internationale Goldstandard-System stabilisiert. Der Wechselkurs zum US-Dollar war fix, da beide Währungen durch eine feste Goldmenge gedeckt und somit in einer festen Münzparität zueinander standen. Diese Periode war geprägt von wirtschaftlicher Stabilität und vorhersehbaren Finanzmärkten, was sich in den gleichbleibenden Wechselkursen und Goldpreisen widerspiegelte.
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 führte zu tiefgreifenden Veränderungen: Die Golddeckung wurde aufgehoben, um Geld zur Kriegsfinanzierung drucken zu können und die Wechselkurse der Währungen begannen zu schwanken. In den folgenden Jahren, besonders während der Weimarer Republik, erlebte Deutschland eine extreme Hyperinflation. Die Relation von Gold zur Papiermark sank dramatisch, ein sichtbares Zeichen für die Entwertung der Währung und die wirtschaftlichen Turbulenzen der Zeit. Diese Instabilität gipfelte 1923 in einer Hyperinflation, die das Vertrauen in die Papiermark vollends erodierte und zu einem astronomischen Anstieg der Goldpreise in Mark führte.
Nach der Hyperinflation stabilisierte sich der Goldpreis in Reichsmark und später in Deutscher Mark, spiegelte jedoch weiterhin die geopolitischen und wirtschaftlichen Schwankungen wider. Von der Einführung der D-Mark 1948 bis zur Euroeinführung 2002 erlebte Deutschland zahlreiche wirtschaftliche Auf- und Abschwünge, die sich in den Schwankungen des Goldpreises manifestierten. Diese Tabelle bietet einen detaillierten Überblick über die Entwicklung des Goldpreises in Relation zu den jeweiligen Währungsänderungen und bietet somit einen Einblick in die wirtschaftliche Geschichte Deutschlands im Kontext der globalen Goldmärkte.
| Jahr* | Preis in USD | Veränderung in % | Preis in Reichsmark |
|---|---|---|---|
| 1900 – 1914 | 20,67 $ | 0,00% | 79,59 Mark |
| 1915 | 20,67 $ | 0,00% | 108,05 Mark |
| 1916 | 20,67 $ | 0,00% | 141,86 Mark |
| 1917 | 20,67 $ | 0,00% | 177,18 Mark |
| 1918 | 20,67 $ | 0,00% | 245,35 Mark |
| 1919 | 20,67 $ | 0,00% | 966,74 Mark |
| 1920 | 20,67 $ | 0,00% | 1.508,91 Mark |
| 1921 | 20,67 $ | 0,00% | 3.967,19 Mark |
| 1922 | 20,67 $ | 0,00% | 156.870,21 Mark |
| 1923 | 20,67 $ | 0,00% | 86.814.000.000.000 Mark bzw. 86,81 Rentenmark |
| 1924 | 20,67 $ | 0,00% | 86,81Rentenmark bzw. 86,81 Reichsmark |
| 1925 – 1932 | 20,67 $ | 0,00% | 86,81 Reichsmark |
| 1933 | 35 $ | 69,33% | 86,81 Reichsmark |
| 1934 – 1947 | 35 $ | 0,00% | 147 Reichsmark |
| 1948 | 35 $ | 0,00% | 147 Reichsmark bzw. 147 D-Mark |
| 1949 – 1958 | 35 $ | 0,00% | 147 D-Mark |
| 1959 | 35 $ | 0,00% | 146,3 D-Mark |
| 1960 | 35 $ | 0,00% | 145,95 D-Mark |
| 1961 | 35 $ | 0,00% | 140,7 D-Mark |
| 1962 | 35 $ | 0,00% | 140 D-Mark |
| 1963 | 35 $ | 0,00% | 139,65 D-Mark |
| 1964 | 35 $ | 0,00% | 138,95 D-Mark |
| 1965 | 35 $ | 0,00% | 139,65 D-Mark |
| 1967 | 35 $ | 0,00% | 140 D-Mark |
| 1968 | 35 $ | 0,00% | 139,65 D-Mark |
| 1969 | 35 $ | 0,00% | 139,65 D-Mark |
| 1970 | 35 $ | 0,00% | 127,75 D-Mark |
| 1971 | 35 $ | 0,00% | 153,12 D-Mark |
| 1972 | 63,84 $ | 82,40% | 185,02 D-Mark |
| 1973 | 106,48 $ | 66,79% | 258,02 D-Mark |
| 1974 | 183,77 $ | 72,59% | 411,81 D-Mark |
| 1975 | 139,29 $ | -24,20% | 396,06 D-Mark |
| 1976 | 133,77 $ | -3,96% | 312,48 D-Mark |
| 1977 | 161,10 $ | 20,43% | 341,04 D-Mark |
| 1978 | 208,10 $ | 29,17% | 387,93 D-Mark |
| 1979 | 459,00 $ | 120,57% | 559,98 D-Mark |
| 1980 | 594,90 $ | 29,61% | 1.119,30 D-Mark |
| 1981 | 400,00 $ | -32,76% | 1.039,60 D-Mark |
| 1982 | 447,00 $ | 11,75% | 913,68 D-Mark |
| 1983 | 380,00 $ | -14,99% | 1.085,44 D-Mark |
| 1984 | 308,00 $ | -18,95% | 1.026,00 D-Mark |
| 1985 | 327,00 $ | 6,17% | 931,98 D-Mark |
| 1986 | 391,00 $ | 19,57% | 798,56 D-Mark |
| 1987 | 486,00 $ | 24,30% | 804,60 D-Mark |
| 1988 | 410,15 $ | -15,61% | 769,12 D-Mark |
| 1989 | 401,00 $ | -2,23% | 716,28 D-Mark |
| 1990 | 386,20 $ | -3,69% | 622,08 D-Mark |
| 1991 | 353,30 $ | -8,52% | 600,92 D-Mark |
| 1992 | 333,05 $ | -5,73% | 536,64 D-Mark |
| 1993 | 390,75 $ | 17,32% | 594,00 D-Mark |
| 1994 | 382,75 $ | -2,05% | 622,08 D-Mark |
| 1995 | 387,75 $ | 1,31% | 549,12 D-Mark |
| 1996 | 369,65 $ | -4,67% | 582,00 D-Mark |
| 1997 | 287,05 $ | -22,35% | 572,63 D-Mark |
| 1998 | 288,70 $ | 0,57% | 517,44 D-Mark |
| 1999 | 290,25 $ | 0,54% | 545,67 D-Mark |
| 2000 | 272,65 $ | -6,06% | 558,00 D-Mark |
| 2001 | 276,50 $ | 1,41% | 542,00 D-Mark |
| 2002 | 342,75 $ | 23,96% | 326,74 € |
| 2003 | 417,25 $ | 21,74% | 330,89 € |
| 2004 | 435,60 $ | 4,40% | 321,14 € |
| 2005 | 513,00 $ | 17,77% | 433,31 € |
| 2006 | 635,70 $ | 23,92% | 482,76 € |
| 2007 | 836,50 $ | 31,59% | 568,66 € |
| 2008 | 869,75 $ | 3,97% | 614,65 € |
| 2009 | 1.087,50 $ | 25,04% | 766,4 € |
| 2010 | 1.420,25 $ | 30,60% | 1.055,10 € |
| 2011 | 1.531,00 $ | 7,80% | 1217,05 € |
| 2012 | 1.664,00 $ | 8,69% | 1.261,56 € |
| 2013 | 1.204,50 $ | -27,61% | 872,55 € |
| 2014 | 1.199,25 $ | -0,44% | 986,55 € |
| 2015 | 1.060,00 $ | -11,61% | 974,32 € |
| 2016 | 1.151,70 $ | 8,65% | 1.098,36 € |
| 2017 | 1.296,50 $ | 12,57% | 1.082,45 € |
| 2018 | 1.281,65 $ | -1,15% | 1.120,03 € |
| 2019 | 1.523,00 $ | 18,83% | 1.358,06 € |
| 2020 | 1.895,10 $ | 24,43% | 1.539,92 € |
| 2021 | 1.828,60 $ | -3,51% | 1.606,06 € |
| 2022 | 1.824,32 $ | -0,23% | 1.699,08 € |
| 2023 | 2.062,92 $ | 13,08% | 1.865,44 € |
| 2024 | 2.388,81 $ | 15,80% | 2.208,49 € |
| 2025 | 3.439,37 $ | 43,98% | 3.034,11 € |
Der Goldpreis und die Währungen
Seit der Aufhebung des Goldstandards im Jahr 1971 durch den Nixon-Schock ist der Goldpreis nicht mehr statisch und über einen festgelegten Wechselkurs an die Summe von 35 US-Dollar pro Unze gebunden. Er unterliegt nun den Gesetzen der Marktwirtschaft und ist damit Preisschwankungen ausgesetzt, die sich aus dem globalen Goldangebot, der globalen Goldnachfrage und einigen weiteren makroökonomischen Faktoren ergeben. Dennoch waren bis ins Jahr 1973 die Goldpreise in sämtlichen Währungen gänzlich abhängig vom Preis des Edelmetalls in Dollar, weil diese durch das Bretton-Woods-Abkommen mithilfe von festen Wechselkursen an den US-Dollar gebunden waren.
Im März 1973 wurde das Bretton-Woods-System offiziell außer Kraft gesetzt. Seither unterliegen die meisten Währungen freien Wechselkursen, die sich aus Angebot und Nachfrage am internationalen Devisenmarkt ergeben. Damit brach für den Goldpreis in unterschiedlichen Landeswährungen ein neues Zeitalter an. In diesem neuen System der flexiblen Wechselkurse spiegeln die lokalen Goldpreise nicht nur die weltweite Goldnachfrage und das globale Angebot wider, sondern auch die jeweilige Währungsstärke. Dies führt dazu, dass der Goldpreis in verschiedenen Ländern nicht nur durch die Veränderungen auf dem Goldmarkt, sondern auch durch monetäre Ereignisse und die Geldpolitik der nationalen Zentralbanken beeinflusst wird.
In unserem verlinkten Artikel zum Nixon-Schock lesen Sie alle Details zur Aufhebung des Goldstandards.
Gold in US-Dollar
Der US-Dollar ist die globale Leitwährung, weshalb der internationale Handel größtenteils darüber abgewickelt wird. Auf dem globalen Markt notieren die Preise für Rohstoffe – inklusive Gold – aufgrund dessen in US-Dollar. Aktuell ist der Goldpreis in US-Dollar also der weltweite Standard für die Bewertung des Edelmetalls und dient deshalb in weiterer Folge auch für die Bemessung des Goldpreises in anderen Währungen. Das heißt, für die Bewertung von Gold in einer bestimmten Währung wird immer der Preis in US-Dollar herangezogen und anschließend anhand des Wechselkurses in die jeweilige Währung umgerechnet.
Daraus ergibt sich folgender Zusammenhang: Ein starker Dollar drückt in der Regel den Goldpreis in US-Dollar. Der Goldpreis in anderen Währungen steigt dann jedoch, da Gold für Käufer mit anderen Währungen teurer wird. Andererseits kann eine Schwächung des US-Dollars Gold attraktiver machen und zu Preisanstiegen in US-Dollar führen. Währungsschwankungen haben also ebenfalls einen Einfluss auf den Goldpreis und führen damit zu einem gewissen Währungsrisiko. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass diese Sicht der Dinge unabhängig von der Entwicklung des Goldpreises selbst ist.

(Quelle:MacroMicro.me)
Vor diesem Hintergrund ist das globale Phänomen der De-Dollarisierung zu berücksichtigen (Anm.: Der Thematik ist etwas später im Artikel ein separater Teil gewidmet).
De-Dollarisierung ist die bewusste Abkehr vom US-Dollar, um seine Dominanz im Welthandel zu verringern. Dazu wird verstärkt auf eigene Währungen gesetzt.
Während 1973 noch fast 85 % des globalen Handels in US-Dollar abgewickelt wurden, liegt der Anteil aktuell bereits bei unter 60 %. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach US-Dollar am internationalen Markt sinkt, wodurch die aktuelle Leitwährung langfristig schwächer wird. Durch ein koordiniertes Abstoßen des US-Dollars der Länder des Globalen Südens und der BRICS-Staaten gewinnt dieser Prozess zunehmend an Geschwindigkeit und wird unweigerlich zu höheren Goldpreisen führen.
Gold in Euro
Die Betrachtung des Goldpreises in Euro bietet vor allem europäischen Investoren und Anlegern eine relevante Perspektive, die durch das Währungsrisiko zwischen dem Euro und dem US-Dollar beeinflusst wird. Da der Euro gegenüber dem Dollar fluktuiert, variiert der in Euro umgerechnete Goldpreis unabhängig von den Bewegungen des Goldpreises selbst.
Steigt der US-Dollar – also wenn mehr Euros benötigt werden, um einen Dollar zu kaufen -, dann werden auch mehr Euros benötigt, um eine bestimmte Menge an Gold zu kaufen. Ein steigender US-Dollar verteuert damit den Kauf des Goldes in Euro.
Der Wert eines Goldbestandes jedoch, in den also bereits investiert wurde, steigt in Euro gemessen. Der Verkauf in Deutschland wäre also relativ vorteilhaft. Denn man bekommt dann mehr Euros für das verkaufte Gold.
Sinkt hingegen der US-Dollar – also wenn weniger Euros benötigt werden, um einen Dollar zu kaufen -, dann werden auch weniger Euros benötigt, um eine bestimmte Menge an Gold zu kaufen. Ein sinkender US-Dollar verbilligt damit den Kauf des Goldes in Euro. Der Wert eines Goldbestandes – in Euro gemessen – sinkt dann allerdings. Der Verkauf in Deutschland wäre tendenziell also von Nachteil. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass diese Sicht der Dinge unabhängig von der Entwicklung des Goldpreises selbst ist.

(Quelle: Bloomberg)
Das bedeutet, dass, selbst wenn der Goldpreis in US-Dollar stabil bleibt, der entsprechende Preis in Euro aufgrund von Wechselkursschwankungen steigen oder fallen kann. Das Verständnis dieser Dynamik ist entscheidend, insbesondere im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld, das stark von der Geldpolitik der Zentralbanken geprägt wird.
Welche Faktoren beeinflussen den Goldpreis?
Der Goldpreis wird – von Angebot und Nachfrage abgesehen – noch von weiteren Faktoren beeinflusst. Denn der Goldpreis ist das Ergebnis einer Vielzahl von Komponenten, die sich aus der makroökonomischen Landschaft, politischen Entscheidungen, und weiteren Marktspezifika ergeben.
Im fortlaufenden Jahr 2026 erwarten Experten eine Reihe von dynamischen und volatilen Entwicklungen, die sich auf den Goldpreis auswirken werden. Diese Einflüsse sind vielfältig und reichen von traditionellen Determinanten wie Goldangebot und -nachfrage über Inflation, Zoll- und Zinspolitik bis hin zu modernen Herausforderungen wie der De-Dollarisierung und geopolitischen Unsicherheiten – aktuell vor allem dem Iran-Krieg. In den folgenden Absätzen erläutern wir sämtliche Faktoren, die Einfluss auf den Goldpreis haben, genauer.
Goldkäufe der Zentralbanken
Ein besonders interessanter Aspekt der Goldnachfrage sind die Goldkäufe der Zentralbanken, die gemessen an den offiziellen Zahlen über die Jahre rund ein Viertel bis etwa ein Fünftel der globalen Nachfrage des Edelmetalls ausmachen. Der Grund dafür ist, dass sich anhand der Goldkäufe der Zentralbanken sowohl der aktuelle Zustand als auch die zukünftige Entwicklung unseres Finanz- und Währungssystems ableiten lassen.
Seit dem Ende des Goldstandards traten die Zentralbanken bis ins Jahr 2008 hauptsächlich als Verkäufer von Gold auf. Mit der damaligen Finanzkrise hat sich das jedoch geändert. Seither spülen die Zentralbanken weltweit enormen Mengen an frisch gedrucktem Geld in die Wirtschaft, wodurch die Kaufkraft der Fiat-Währungen erodiert. Um sich vor dieser Entwicklung zu schützen und sich vom US-Dollar und potenziellen Sanktionen unabhängig(er) zu machen, sind die Zentralbanken seither zu Goldkäufern geworden.

Insbesondere in den letzten paar Jahren haben sich die Goldkäufe der Zentralbanken massiv gesteigert. Im Jahr 2022 wurden von den Zentralbanken weltweit weit mehr als 1.000 Tonnen des Edelmetalls gekauft. Der Anlass dafür, dass die 1.000-Tonnen-Marke überschritten wurde, hing hauptsächlich mit dem Beginn des Ukraine-Krieges und den damit aufkommenden geopolitischen Unsicherheiten zusammen. Mit dem Beginn der Im Jahr 2025 ließ die offizielle Goldnachfrage vonseiten der Notenbanken etwas nach, blieb aber mit 863 Tonnen ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau. Die Angst der Zentralbanken, dass im Ausland befindliche Geldvermögen sanktioniert oder eingefroren werden, wie es beispielsweise Russland als Reaktion auf den Ukraine-Krieg ergangen ist, treibt ihre Nachfrage nach Gold zusätzlich an.
Ein weiterer gewichtiger Grund für diese Goldkäufe dürfte zudem die voranschreitende De-Dollarisierung in Kombination mit der Basel III-Regulierung, die Gold als risikoloses Tier 1 Asset klassifiziert, gewesen sein.
Mehr zur Basel III-Regulierung und deren Auswirkungen auf den Goldmarkt lesen Sie in unserem verlinkten Beitrag.
Es ist jedoch davon auszugehen, dass bei weitem nicht alle Goldkäufe der Zentralbanken dokumentiert werden. Vor allem China und Russland dürften in den letzten Jahren höchstwahrscheinlich deutlich mehr Gold gekauft haben als die offiziellen Statistiken zeigen. Chinas vergangene Goldkäufe über Proxy-Banken, die Weigerung Chinas, Daten zu den tatsächlichen Goldbeständen herauszugeben und die Tatsache, dass China das größte Goldförderland der Welt ist, aber kaum Gold exportiert, tragen zu dieser Annahme bei.

Quelle: World Gold Council
Das World Gold Council geht davon aus, dass die nicht gemeldeten Goldkäufe der Zentralbanken, die registrieren Käufe bei weitem übersteigen. Dieser Faktor erhöht die Goldnachfrage erheblich und ist eine Erklärung dafür, warum der Goldpreis trotz Angebotsüberhang, gemessen an den offiziellen Zahlen, steigt.
Aus genannten Gründen zweifeln mittlerweile viele Experten an der Höhe der offizielle ausgewiesenen Goldbestände der jeweiligen Zentralbanken. Die zehn größten offiziellen Goldreserven haben wir in der nachfolgenden Grafik ausgewiesen.

Einige Finanz- und Edelmetallexperten, wie z.B. Jan Nieuwenhuijs, Alasdair Macleod oder der Branchenverband World Gold Council, schätzen die tatsächlichen Goldreserven Chinas beispielsweise auf 5.000 bis 20.000 Tonnen.
In unserem ausführlichen Artikel zu den Goldreserven der Zentralbanken lesen Sie alle Details.

(Quelle: IWF, World Gold Council, BIZ, Gainesville Coins)
Wirtschaftliche Entwicklung
Historisch betrachtet, hat sich daraus folgende Regel herauskristallisiert: In Phasen starken Wirtschaftswachstums tendieren die Verbraucher und Unternehmen dazu, mehr in Aktienmärkte zu investieren und weniger Wert auf sichere Anlagen wie Gold zu legen. Dies kann zu einem Rückgang des Goldpreises führen. Umgekehrt kann in Rezessionszeiten die Nachfrage nach Gold als sicherer Anlage steigen, was den Preis erhöht. Dieser Zusammenhang hat sich über das letzte Jahrhundert mehrfach bestätigt, wie das folgende Chart zeigt.

Quelle: IWF
Betrachtet man jedoch die neuere Entwicklung, insbesondere seit der Finanzkrise 2008, hat sich die Situation etwas verändert. Zur Bewältigung dieser Krise wurden von den Zentralbanken Unmengen an frischem Geld in die Märkte und die Wirtschaft gepumpt. Seither bedienen sich die Notenbanken dieser Methodik dauerhaft, um die strukturellen Probleme unseres Finanzsystems und der Wirtschaft zu verdecken. Diese Vorgehensweise scheint die Wirtschaft anzukurbeln, sorgt in Wahrheit jedoch nur für einen Scheinaufschwung, basierend auf einer erhöhten Geldmenge.
Seit 2008 geht ein Wirtschaftsaufschwung daher meist ebenfalls mit steigenden Goldpreisen einher, wie das folgende Beispiel zeigt.
Goldpreis und Wirtschaft im Jahr 2010
Wirtschaftswachstum: Nach der tiefen Rezession von 2008 und der darauf folgenden leichten Erholung in 2009 erlebte die globale Wirtschaft 2010 eine signifikante Erholung. Dies war teilweise auf umfangreiche Konjunkturpakete zurückzuführen, die weltweit zur Stimulation der Wirtschaft eingesetzt wurden.
Goldpreisverhalten: Trotz der Erholung der Wirtschaft stieg der Goldpreis im Jahr 2010 stark an. Der Preis begann das Jahr bei etwa 1.100 US-Dollar pro Unze und endete bei etwa 1.400 US-Dollar pro Unze. Die Steigerung kann auf anhaltende Unsicherheiten hinsichtlich der Nachwirkungen der Finanzkrise, einer ansteigenden Inflation und einer Schwächung des US-Dollars zurückgeführt werden.
Goldpreis und Wirtschaft im Jahr 2017
Wirtschaftswachstum: Das Jahr 2017 war global gesehen ein weiteres starkes Wachstumsjahr, getrieben durch erhöhte Investitionen und Konsum, Erholung in den Rohstoffmärkten und stabile wirtschaftliche Bedingungen in großen Ökonomien wie den USA, China und der Eurozone.
Goldpreisverhalten: In 2017 zeigte der Goldpreis eine relativ stabile Entwicklung. Der Preis startete bei etwa 1.150 USD pro Unze und endete das Jahr nahe 1.300 USD pro Unze. Die Preissteigerung reflektierte eine anhaltende Nachfrage nach sicheren Anlagen aufgrund von politischen Risiken und Unsicherheiten, darunter die Brexit-Verhandlungen und Spannungen in der globalen Politik.
Die nachfolgende Tabelle zeigt den exakten Zusammenhang seit der Finanzkrise 2008 im Detail.
| Jahr | Globales BIP-Wachstum (%) | Goldpreisänderung (%) |
|---|---|---|
| 2008 | 0,1 | 5,8 |
| 2009 | -1,7 | 24,3 |
| 2010 | 4,3 | 29,7 |
| 2011 | 3,2 | 10,5 |
| 2012 | 3,9 | 6,7 |
| 2013 | 2,4 | -28,0 |
| 2014 | 2,9 | -1,7 |
| 2015 | 2,7 | -10,4 |
| 2016 | 3,1 | 8,6 |
| 2017 | 3,7 | 13,1 |
| 2018 | 2,9 | -1,6 |
| 2019 | 3,5 | 18,9 |
| 2020 | -3,5 | 24,6 |
| 2021 | 5,9 | -4,4 |
| 2022 | 3,7 | -8,2 |
| 2023 | 2,9 | 13,11 |
| 2024 | 2,8 | 26,35 |
| 2025* | 3,3 | 66,47 |
(Quelle: IWF, Weltbank, OECD, eigene Berechnungen)
Den genauen Zusammenhang erklären wir im folgenden Kapitel über die Geldpolitik, der etwas weiter unten aufgegriffen wird.
Enteignungen
Wirtschaftliche Einbrüche führen zu geringeren Steuereinnahmen. Aufgrund der hohen Staatsschulden und allgemein hohen Staatsausgaben werden diese jedoch benötigt, um den Staatshaushalt auszugleichen. Die Wirtschaftspolitik in Deutschland fährt die Konjunktur jedoch seit Jahren schon ungebremst an die Wand. Dies könnte dazu führen, dass sich die Politik durch Enteignung am Vermögen der Bürger zu bedienen und dadurch den in Schieflage geratenen Staatshaushalt wieder auszugleichen versucht. Nachfolgend haben wir deshalb für Sie einige Enteignungsszenarien und wie sich diese auf den Goldpreis auswirken könnten aufgelistet.
Geplante Enteignungen in Deutschland: Eine drohende Realität
In Deutschland und Europa verdichten sich die Anzeichen, dass Enteignungen bald Realität werden. Diese Entwicklungen sind nicht nur auf Reiche beschränkt, sondern betreffen die gesamte Bevölkerung. Die Regierungen scheinen bereit, sich auf Kosten der Bürger finanziell zu erholen. Historische Präzedenzfälle wie der Lastenausgleich nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem erhebliche Zwangshypotheken auf Immobilien erhoben wurden, zeigen, dass solche Maßnahmen bereits früher genutzt wurden, um finanzielle Lasten zu verteilen.
Der Druck der Schuldenlast
Mit einer Rekordschuld von fast 2,7 Billionen Euro allein in Deutschland ist es wahrscheinlich, dass die Regierung wieder auf das Vermögen der Bürger zurückgreifen wird. Die derzeitige finanzielle Situation, verschärft durch die Corona-Zeit und geopolitische Spannungen, hat die Staatsschulden auf ein Rekordniveau getrieben. Maßnahmen wie die umstrittenen Corona-Lockdowns und Russland-Sanktionen haben die wirtschaftliche Lage weiter zugespitzt und Deutschland in eine schwierige wirtschaftliche Lage getrieben.
Direkt nach seinem Amtsantritt 2025 wurde von der Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz ein historisches Finanzpaket beschlossen. Dieses soll über die nächsten Jahre neue Schulden in der Höhe von bis zu einer Billion Euro ermöglichen. Damit soll offiziell die Infrastruktur aufgebaut, aber auch massiv in Rüstung investiert werden.
Ein weiterer Faktor, der die Schuldenfalle in Deutschland und in der EU weiter antreiben könnte, sind die so genannten Eurobonds. Das sind Staatsanleihen, die gemeinsam durch die EU-Länder herausgebracht werden – und für die alle Mitgliedstaaten zusammen haften. Sie werden seit der Schuldenkrise 2010 immer wieder gefordert, doch Deutschland war dagegen. Friedrich Merz spricht sich (noch) dagegen aus, während Frankreich – das den EU-Schuldenrekord mit 3,5 Billionen Euro anführt – darauf drängt. Der Schuldenberg, der sich EU-weit über die nächsten Jahre abzeichnet, macht die Einführung der Eurobonds immer wahrscheinlicher – und damit auch, dass Deutschland vermehrt zur Kasse gebeten wird.
Zukünftige Szenarien: Lastenausgleich und Vermögensregister
Das Lastenausgleichsgesetz – im Kern eine staatlich verordnete Zwangshypothek zur massiven Umverteilung privater Substanz im Jahr 1952 – könnte ein Vorbote dessen sein, was Bürger in naher Zukunft erwartet. Ein ähnlicher Mechanismus könnte eingeführt werden, um die enormen Staatsdefizite zu decken. Die Einführung eines EU-weiten Vermögensregisters könnte die Überwachung und Besteuerung von Vermögen erleichtern. Diese Register würden es den Regierungen ermöglichen, einen präzisen Überblick über das Vermögen ihrer Bürger zu haben, was in Zeiten fiskalischer Not zur Zielscheibe werden könnte.
In unserem Beitrag zum Vermögensregister 2025 lesen Sie alle neuesten Updates.
Die Rolle der Anti-Geldwäsche-Behörde AMLA
Die geplante Anti-Geldwäsche-Behörde der EU namens AMLA soll weitreichende Befugnisse erhalten, die über die Bekämpfung von Kriminalität hinausgehen und tiefe Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger ermöglichen könnten. Diese neue Behörde soll die Fähigkeit bekommen, Vermögenswerte quer durch Europa zu überwachen und zu kontrollieren. Dies wirft erhebliche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der persönlichen Freiheiten auf.
Ratgeber: Der digitale Euro


Die AMLA sitzt in Frankfurt am Main und hat ihre Arbeit am 01. Juli 2025 mit 120 Mitarbeitern aufgenommen. Sie wird ausgebaut und soll ihre volle Kapazität mit 432 Mitarbeitern Ende 2027 erreichen.
Was es mit der AMLA en Detail auf sich hat, wie Sie sich vor Enteignung oder Überwachung und Ihr Vermögen schützen können, erfahren Sie in Dominik Kettners Buch „Der digitale Euro„.
Forderungen nach Enteignungen zur Lösung wirtschaftlicher und ökologischer Probleme
Institutionen und führende Wirtschaftsakteure, wie der CEO von JPMorgan, haben öffentlich Enteignungen als Mittel zur Förderung ökologischer Projekte und zur Bewältigung von Wirtschaftskrisen vorgeschlagen. Solche Vorschläge unterstreichen die wachsende “Akzeptanz” von Enteignungen als Werkzeug zur Lösung übergeordneter Probleme, was eine bedrohliche Wendung für Eigentumsrechte darstellt.
Dass in Deutschland das Thema Enteignung längst angekommen ist, zeigen verschiedene Entwicklungen. Besonders das Vergesellschaftungsgesetz in Berlin hat für Furore gesorgt. Es entstammt dem 2021er Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, bei dem die Berliner mit 59,1 Prozent Mehrheit für die Enteignung großer Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen stimmten. 3.000 Wohnungen pro Firma sollen in städtisches Eigentum überführt werden. So werden direkt Grundrechte verletzt, Milliarden an Entschädigungen gefressen, keine neuen Wohnungen gebaut; unter dem Strich bleibt die Krise.
Doch es geht nicht nur um große Konzerne. Mit Steuern und Abgaben wird dem Bürger immer mehr in die Tasche gegriffen – eine andere Art und Weise der „Enteignung“. Die Grünen in Bonn haben beispielsweise eine „Wohnflächensteuer“ ins Gespräch gebracht. Die Idee dahinter: Je mehr Quadratmeter pro Person bewohnt werden, desto höher die Steuer.
So genannte Faktenchecker im Mainstream stellen Maßnahmen, die Richtung Enteignung gehen, gerne als unbegründet dar – und halten selbst einem Faktencheck nicht stand. Lesen Sie hierzu unseren Artikel Thema Enteignung: Faktencheck der „Faktenchecks“
Wirkung auf den Goldpreis
Die Kombination aus wachsenden Staatsschulden, der Einführung von Vermögensregistern und der Machtexpansion von Behörden wie der AMLA deutet auf eine Zukunft hin, in der Enteignungen wahrscheinlicher werden. Diese Entwicklungen erfordern ein kritisches Hinterfragen und eine starke Überwachung durch die Öffentlichkeit, um sicherzustellen, dass die Grundrechte der Bürger gewahrt bleiben.
In unsicheren Zeiten könnten Edelmetalle wie Gold eine wichtige Rolle als sichere Anlage spielen, um Vermögen vor staatlichen Übergriffen zu schützen. In diversen Enteignungsszenarien könnte die Nachfrage nach Gold und damit auch der Goldpreis gesteigert werden.
Ratgeber Goldverbot


Geldpolitik
Die Geldpolitik ist ein zentraler Faktor bei der Bestimmung des Goldpreises. Zentralbanken rund um den Globus nutzen eine Vielzahl von geldpolitischen Instrumenten, um die Wirtschaft zu steuern, was wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Attraktivität und den Preis von Gold hat. Grundsätzlich gilt dabei:
- In Zeiten expansiver Geldpolitik, wenn die Zinsen niedrig sind und die Geldmenge zunimmt, suchen Anleger oft nach Gold, um sich gegen die erwartete Abwertung der Währung und Inflation abzusichern. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage und damit zum Anstieg des Goldpreises.
- Kontraktive Geldpolitik, die sich in höheren Zinsen und einer reduzierten Geldmenge zeigt, kann hingegen dazu führen, dass Anlagen mit festen Erträgen im Vergleich zu Gold attraktiver werden. Mit der Goldnachfrage sinkt in diesen Zeiten daher für gewöhnlich auch der Goldpreis.
Seit Juni 2024 bis heute ist der Leitzins der EZB von 4,25 Prozent auf 2 Prozent gefallen (Stand Februar 2026). Von 2016 bis Mitte 2022 lag er bei Null Prozent und wurde dann bis September 2023 zehn Mal angehoben und verharrte neun Monate auf dem hohen Niveau der 4,25 Prozent. Während die Zinsen stiegen, schrumpfte die Geldmenge. Dennoch bewegte sich der Goldpreis trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen stetig weiter Richtung Norden. Warum das so ist und wie diversen geldpolitischen Instrumente, die den Zentralbanken zur Verfügung stehen, genau auf den Goldpreis wirken, zeigen wir in den folgenden Absätzen ausführlich.
Die Geldmenge – Das zentrale Element der Geldpolitik
Der zentrale Aspekt sämtlicher geldpolitischer Maßnahmen ist die Geldmenge. Die Hauptaufgabe der Zentralbanken ist es, die Geldmenge zu steuern und dadurch Währungs- und Wirtschaftsstabilität zu gewährleisten. In Zeiten wirtschaftlicher Herausforderung erhöhen die Zentralbanken deshalb die Geldmenge, um die Wirtschaft anzukurbeln. Wächst die Geldmenge im Verhältnis zur Wirtschaft jedoch zu stark an, resultiert Inflation. Zudem steigt der Goldpreis an.

(Quelle: Bloomberg, Federal Reserve Bank of St. Louis)
In Zeiten hoher Inflation senken die Zentralbanken die Geldmenge. Fällt sie allerdings zu stark ab, ist das Ergebnis Deflation, wobei festzuhalten ist, dass dieses Szenario in unserem modernen Finanzsystem eigentlich nur mehr nach bzw. mit einem großen Finanzcrash zustande kommt. Darauf reagieren die Zentralbanken dann in der Regel erneut mit einer Ausweitung der Geldmenge, um die Wirtschaft zu stützen. Genau aus diesem Grund wächst die Geldmenge langfristig betrachtet immer weiter. Im gleichen Maße sinkt damit jedoch auch die Kaufkraft der jeweiligen Landeswährung.
Den Zentralbanken stehen dabei folgende Instrumente zur Verfügung, über die sie die Geldmenge steuern können:
- Leitzins
- Offenmarktoperationen
- Mindestreservepolitik
- Quantitative Lockerung
Sämtliche dieser Instrumente dienen dazu, die Geldmenge zu beeinflussen und haben deshalb auch eine indirekte Wirkung auf den Goldpreis.
Leitzinsen
Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem Banken Geld von der Zentralbank leihen können. Durch die Anpassung dieses Zinssatzes beeinflussen Zentralbanken die Kreditkosten im gesamten Wirtschaftssystem. Eine Senkung der Leitzinsen macht Kredite günstiger, was die Kreditnachfrage und damit die Geldmenge erhöht. Dieses Vorgehen entfaltet eine inflationäre Wirkung, wodurch der Goldpreis beflügelt wird, da Gold als sicherer Hafen und Inflationsschutz gilt.
Diesen Zusammenhang zeigt folgendes Chart:

Umgekehrt führt eine Erhöhung der Leitzinsen zu höheren Kreditkosten, geringerer Kreditnachfrage und tendenziell zu einer Verringerung der Geldmenge. In der Regel wirkt sich das negativ auf den Goldpreis aus.
Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen und die extreme Goldnachfrage der Zentralbanken führt jedoch dazu, dass der Goldpreis auch in einem Hochzinsumfeld weiter gestiegen war.
Offenmarktoperationen
Mithilfe der Offenmarktoperationen kauft oder verkauft die Zentralbank Wertpapiere, um die Liquidität im Bankensystem zu steuern. Der Kauf von Wertpapieren erhöht die Geldmenge, da die Zentralbank Zahlungsmittel an die Banken fließen lässt. Der Verkauf zieht Liquidität aus dem Markt, was die Geldmenge reduziert. Diese Maßnahmen beeinflussen direkt die Verfügbarkeit von Geld und damit auch die Inflationsraten und die Attraktivität von Gold als Anlage.
Mindestreservepolitik
Die Mindestreservepolitik verpflichtet Banken, einen bestimmten Anteil ihrer Einlagen als Reserve bei der Zentralbank zu halten. Eine Senkung der Mindestreservesätze erhöht die verfügbaren Mittel der Banken für Kredite, was die Geldmenge und potenziell die Inflation erhöht. Eine Erhöhung der Reservesätze hat den gegenteiligen Effekt. Änderungen in der Mindestreserve können somit indirekt den Goldpreis beeinflussen, indem sie die Geldmenge und damit die Inflation steuern.
In unserem verlinkten Beitrag zum Mindestreserve-System lesen Sie alle Details zum Thema.
Quantitative Lockerung (Quantitative Easing)
Quantitative Lockerung ist ein verhältnismäßig neues Phänomen der Geldpolitik. Es wurde zur Bewältigung der Finanzkrise 2008 ins Leben gerufen und hat seither weltweit Einzug in die Geldpolitik der Zentralbanken gehalten. Im Zuge der Quantitativen Lockerung, auch Quantitative Easing genannt, kauft die Zentralbank umfangreiche Mengen an Wertpapieren, um die langfristigen Zinsen zu drücken und zusätzliche Liquidität bereitzustellen. Dies führt zu einer erheblichen Ausweitung der Geldmenge und führt damit verbunden unweigerlich zu Inflation und Kaufkraftverlust der Fiat-Währungen. Dies wiederum wirkt sich spürbar positiv auf den Goldpreis aus, da die Nachfrage nach Gold als Absicherung gegen die Geldentwertung gesteigert wird.

Seit der Finanzkrise 2008 ist die Geldmenge in einem bis dato ungekannten Ausmaß gewachsen. Das ist die Folge der Interventionen der Zentralbanken weltweit. Langfristig führt dies jedoch dazu, dass die Kaufkraft der Fiat-Währungen drastisch abfällt. Deshalb ist es auch kein Zufall, dass die Zentralbanken in den letzten Jahren zu Netto-Goldkäufern wurden, um sich gegen diesen Verfall absichern.
Die Staatsschulden in den USA nehmen überhand, im verlinkten Beitrag werfen wir einen tieferen Blick auf die Problematik.
Die Geldpolitik und die Staatsschulden
Die Tatsache, dass der US-Dollar jedoch untrennbar mit dem Vertrauen in eine stabile US-Wirtschaft und die Zahlungsfähigkeit der Vereinigten Staaten verbunden ist, bietet einen weiteren Grund für die Zentralbanken US-Dollar und US-Staatsanleihen abgestoßen und durch höhere Goldreserven zu ersetzen. Dieser Zusammenhang wird dadurch sichtbar, dass mit steigenden Staatsschulden auch der Goldpreis steigt.
Je höher dieser Berg auftürmt, desto unwahrscheinlicher wird es rein rechnerisch, dass ein Staat diese Summen allein durch Wirtschaftswachstum oder Steuern zurückzahlen kann. Um den Kollaps zu verhindern, greifen Notenbanken dann zur sogenannten „monetären Finanzierung“: Sie drucken neues Geld, um die Zinslast für den Staat bezahlbar zu halten. Das Ergebnis ist eine schleichende Entwertung des Papiergeldes – also Inflation.
Normalerweise konkurriert Gold mit US-Staatsanleihen um die Gunst der Anleger. Doch wenn der Schuldenberg so astronomische Höhen erreicht, dass Zweifel an der langfristigen Rückzahlbarkeit aufkommen, verlieren Anleihen ihren Reiz. Bei 39 Billionen Dollar Schulden kann sich der Staat keine dauerhaft hohen Zinsen leisten – der Schuldendienst würde sonst den gesamten Haushalt auffressen. Werden die Zinsen jedoch künstlich niedrig gehalten, während die Inflation steigt, erzielen Anleger mit Staatsanleihen real einen Verlust. Genau das beobachteten wir von 2022 bis 2024: Steigende Zinsen ließen die Zinskosten anschwellen und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Staaten – insbesondere der USA – nachließ spürbar.
Hier kommt Gold ins Spiel. Während die Geldmenge theoretisch unendlich ausgedehnt werden kann, ist Gold durch die Geologie streng begrenzt. Es kann nicht per Knopfdruck vermehrt werden. In der Wissenschaft spricht man daher von Gold als „Geld ohne Gegenparteirisiko“: Wer Gold besitzt, ist nicht darauf angewiesen, dass ein Staat sein Versprechen hält oder seine Schulden im Griff hat. Gold zahlt zwar keine Zinsen – aber es kann auch nicht durch politische Entscheidungen entwertet werden.
Dieser Zusammenhang ist kein Zufall: Mit steigenden Staatsschulden steigt historisch auch der Goldpreis. Zentralbanken weltweit haben das erkannt und reagiert – sie stoßen US-Dollar und US-Staatsanleihen ab und ersetzen sie durch höhere Goldreserven. Denn der US-Dollar ist untrennbar mit dem Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der USA verbunden. Schwindet dieses Vertrauen, schwindet auch der Wert des Dollars – und Gold glänzt als das knappe, unvermehrbare Gegenstück.

(Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis; Eigene Berechnungen)
Während das Angebot an US-Dollar durch eine stark ansteigende Staatsverschuldung inflationär aufgebläht wird, reagiert Gold als das „knappe Gegenstück“. Aktuell steuern die USA auf eine historische Marke von 39 Billionen Dollar zu, wobei die Schuldenlast nicht stagniert, sondern Tag für Tag stetig anwächst. Da Gold im Gegensatz zu diesem Papiergeldgebirge nicht beliebig per Knopfdruck vermehrt werden kann, fungiert es als natürlicher Anker für den Werterhalt. Normalerweise konkurriert Gold mit US-Staatsanleihen um die Gunst der Anleger. Wenn der Schuldenberg jedoch so astronomische Höhen erreicht, dass Zweifel an der langfristigen Rückzahlbarkeit aufkommen oder die Zinsen die Inflation nicht mehr ausgleichen können, verlieren Anleihen ihren Reiz.
In einem Umfeld, in dem die US-Schuldenuhr unaufhörlich tickt, wird Gold zur logischen Fluchtwährung, da es zwar keine Zinsen zahlt, aber eben auch nicht durch politische Entscheidungen entwertet werden kann. Staatsschulden sind im Kern nichts anderes als ein Versprechen auf die Zukunft. Je höher dieser Schuldenberg auftürmt, desto unwahrscheinlicher wird es rein rechnerisch, dass der Staat diese Summen allein durch Wirtschaftswachstum oder Steuern zurückzahlen kann. Um den Kollaps zu verhindern, greifen Notenbanken oft zur „monetären Finanzierung“ – sie drucken neues Geld, um die Zinsen für den Staat bezahlbar zu halten.

(Quelle: x.com)
Das Ergebnis ist eine schleichende Entwertung des Papiergeldes, also Inflation. Während die US-Schuldenuhr unaufhörlich tickt und die Geldmenge theoretisch unendlich ausgedehnt werden kann, ist Gold durch die Geologie streng begrenzt. Es kann nicht durch politische Beschlüsse vermehrt werden. In der Wissenschaft spricht man von Gold als „Geld ohne Gegenparteirisiko“: Wer Gold besitzt, ist nicht darauf angewiesen, dass ein Staat sein Versprechen hält oder seine Schulden im Griff hat.
Bei 39 Billionen Dollar Schulden kann der Staat sich keine dauerhaft hohen Zinsen leisten, da sonst der Schuldendienst den gesamten Haushalt auffressen würde. Wenn die Zinsen aber künstlich niedrig gehalten werden, während die Inflation steigt, erzielen Anleger mit Staatsanleihen einen Verlust. Gold glänzt dann als sicherer Hafen, weil es seinen Wert über Jahrhunderte bewiesen hat, während Währungen kommen und gehen.
Je höher dieser Berg auftürmt, desto unwahrscheinlicher wird es rein rechnerisch, dass ein Staat diese Summen allein durch Wirtschaftswachstum oder Steuern zurückzahlen kann. Um den Kollaps zu verhindern, greifen Notenbanken dann zur sogenannten „monetären Finanzierung“: Sie drucken neues Geld, um die Zinslast für den Staat bezahlbar zu halten. Das Ergebnis ist eine schleichende Entwertung des Papiergeldes – also Inflation, worauf wir als nächstes eingehen werden.
Wir werfen im verlinkten Artikel einen Blick auf die Staatsschulden in Deutschland, wo die Schuldenuhr immer weiter tickt.
Inflation
Inflation ist untrennbar mit der Geldpolitik verbunden. Sie entsteht dann, wenn ein durch fehlerhafte Geldpolitik ein Ungleichgewicht zwischen Wirtschaftsleistung und Geldmenge verursacht wird. Wächst die Geldmenge überproportional an, wird die entsprechende Währung entwertet und die Kaufkraft sinkt.

Dieses Phänomen lässt sich anhand durch die stetige Erhöhung der Geldmenge in sämtlichen Nationen beobachten. Genau aus diesem Grund hat der Großteil aller Fiat-Währungen in den letzten eineinhalb Jahrzehnten 80 Prozent seiner Kaufkraft verloren, wie das nachfolgende Chart zeigt.

(Quelle: Reuters)
Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Gold in inflationären Zeiten im Wert steigt. Es ist zwar richtig, dass der nominale Goldpreis wächst, zurückzuführen ist das aber auf den Wertverlust der Fiat-Währungen. Da Gold nicht einfach x-beliebig vermehrt werden kann, bietet es einen hervorragenden Schutz vor Inflation und erhält die Kaufkraft seit Jahrtausenden.
Geopolitische Entwicklung und Kriege
Geopolitische Unsicherheiten und militärische Konflikte haben erhebliche Auswirkungen auf den Goldpreis, da Investoren in solchen Zeiten dazu neigen, sichere Anlagen zu bevorzugen. Gold wird – wie bereits einige Male herausgestellt – traditionell als „sicherer Hafen“ in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit angesehen. Deshalb steigt für gewöhnlich besonders auch in Zeiten großer militärischer Konflikte die Nachfrage nach Gold und der Goldpreis wertet auf.
Geopolitische Verschiebungen umfassen eine Vielzahl von Ereignissen wie diplomatische Spannungen, Handelskriege, Sanktionen und Änderungen in der Außenpolitik. Solche Ereignisse schüren Unsicherheiten auf den globalen Märkten, was wiederum zu einer Flucht in sichere Anlagen, wie Gold, führt. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind die Spannungen zwischen den USA und China. Die daraus resultierenden Handelskriege und Zollerhöhungen lösten weltweit Marktvolatilitäten aus, die den Goldpreis in die Höhe trieben.
Investoren kaufen in solchen Zeiten Gold, um sich gegen das Risiko von Währungsabwertungen und die potenziellen negativen Auswirkungen auf ihre anderen Anlagen abzusichern.
Kriege und militärische Konflikte, wie der Irakkrieg, der Russland-Ukraine-Konflikt 2022 oder eskalierende Konflikte im Nahen Osten führen zu direkter Unsicherheit und potenziellen Unterbrechungen in den globalen Wirtschafts- und Finanzsystemen. Der unmittelbare Effekt eines Kriegsausbruchs oder einer militärischen Eskalation sind häufig ein Anstieg des Goldpreises, da Anleger ihr Kapital aus risikoreicheren Vermögenswerten abziehen und in traditionell sichere Anlagen umschichten. Der Anstieg des Goldpreises während des Ukraine-Konflikts illustriert, wie bedeutend die Nachfrage nach Gold als sicherer Anlage in unsicheren Zeiten sein kann. Das gleiche gilt jedoch nicht nur für militärische Konflikte, sondern für Krisen aller Art, wie die Corona-Zeit zeigte.
In Zeiten geopolitischer Spannungen und Kriege tendieren auch Zentralbanken dazu, ihre Goldreserven zu erhöhen. Diese Praxis dient als Absicherung gegen Währungsrisiken und als Versicherung, falls die internationale Liquidität knapp wird. Die Erhöhung der Goldreserven durch Zentralbanken in unsicheren Zeiten stärkt ebenfalls die Nachfrage und unterstützt den Preis.
Langfristig können geopolitische Unruhen und Kriege zu anhaltend hohen Goldpreisen führen, wenn die Unsicherheit anhält oder sich ausweitet. Die damit verbundene Unsicherheit über die Zukunft der Wirtschaft und der Finanzmärkte bewirkt, dass Gold naturgemäß weiterhin als Absicherung gegen verschiedenste Risiken gefragt bleibt.

(Quelle: Reuters)
Goldpreis während der Iran-Kriege 2025 und 2026
Bereits im Juni 2025, als Israel und der Iran in einen offenen militärischen Konflikt gerieten und die Welt hielt den Atem an. Auch damals spielte Gold die Rolle, die viele von ihm erwartet hätten – der Preis stieg aufgrund der geopolitisch gravierenden Krisensituation nicht an. Ebenso Anfang 2026, kurz nachdem der Iran-Krieg begonnen hatte, schnellte Gold nicht hoch. Dabei war die Straße von Hormuz, durch die täglich bis zu 20 Millionen Barrel Rohöl fließen, blockiert. Der Ölpreis schoss über 100 US-Dollar. An deutschen Tankstellen verteuerte sich Diesel innerhalb weniger Tage um 40 Cent. Und Gold, das klassische Krisenmetall, fiel. Von seinem Allzeithoch bei etwa 5.589 US-Dollar je Feinunze Ende Januar 2026 stürzte es im Laufe des März auf zeitweise rund 4.600 Dollar ab – ein Minus von zwölf Prozent, mitten in einer handfesten geopolitischen Krise.
Viele Investoren fragten sich, wie es in einer solchen massiven globalen Krise sein kann, dass der Goldpreis nicht ansteigt. Die Antwort liegt nicht in einer plötzlichen Schwäche des Edelmetalls. Die Gründe liegen in den Mechanismen moderner Finanzmärkte, von denen in Folgendem die drei relevantesten aufgegriffen werden.
Grund 1: Margin Call
Ein Mechanismus trägt den nüchternen Namen „Margin Call“. In Zeiten steigender Volatilität passiert an den Märkten etwas, das Außenstehende regelmäßig überrascht: Anleger verkaufen nicht das, was schlecht läuft, sondern das, was noch gut läuft. Wer auf Kredit investiert hat – in Aktien, Derivate oder Kryptowährungen – und plötzlich mit fallenden Kursen konfrontiert wird, bekommt von seiner Bank die Aufforderung, sofort Sicherheiten nachzuschießen. Wer das nicht kann, muss verkaufen. Und verkauft wird dann das, was am schnellsten zu Geld gemacht werden kann, das Liquideste im Portfolio, das noch im Plus notiert. In vielen institutionellen Portfolios weltweit war das in diesem Moment Gold. Computergesteuerte Handelssysteme verstärkten diesen Effekt noch erheblich, indem sie automatisch weitere Verkaufsorders auslösten, sobald bestimmte Preisschwellen unterschritten wurden – eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale, die mit der fundamentalen Bewertung des Edelmetalls herzlich wenig zu tun hatte.
Grund 2: Das Öl und das Dollar-Paradoxon
Doch damit nicht genug. Denn gleichzeitig wirkte ein zweiter Mechanismus, der auf den ersten Blick noch rätselhafter erscheint: Ein steigender Ölpreis kann kurzfristig den Goldpreis drücken. Das klingt widersinnig, folgt aber einer klaren Logik. Öl wird weltweit in US-Dollar gehandelt – hierbei spricht man vom „Petrodollar“. Wenn die Ölpreise massiv steigen, brauchen alle ölimportierenden Länder der Welt plötzlich deutlich mehr Dollar, um ihre Einkäufe zu bezahlen. Die globale Nachfrage nach der amerikanischen Währung steigt – und damit steigt auch ihr Wert. Ein stärkerer Dollar aber belastet automatisch den Goldpreis, weil Gold ebenfalls in US-Dollar notiert und für Käufer aus anderen Währungsräumen damit teurer wird. Der Ölpreisschock, der mittelfristig zweifellos inflationär wirkt und Gold als Inflationsschutz eigentlich stärken sollte, drückt ihn also kurzfristig über den Umweg der Dollarstärke nach unten. Historisch ist dieses Paradox gut dokumentiert – für unerfahrene Anleger aber bleibt es zunächst schlicht unverständlich.
Grund 3: Der Trump-Faktor
Zum bereits angespannten Bild gesellte sich schließlich ein dritter Faktor, dessen Wirkung kaum zu unterschätzen ist: die öffentlichen Aussagen von Donald Trump. Immer dann, wenn der amerikanische Präsident andeutete, der Krieg stehe kurz vor seinem Ende, reagierten die Märkte prompt. Ölpreise gaben nach, die Risikobereitschaft der Anleger stieg kurzfristig – und Gold fiel mit. Der Markt glaubte ihm, zumindest für Stunden oder Tage, auch wenn die Straße von Hormuz faktisch weiterhin blockiert blieb und die Tanker vor Anker lagen.

(Quelle: Bloomberg)
Goldpreis: Ölkrise 1973 & Finanzkrise 2008
Was bleibt, ist ein ernüchterndes Bild der modernen Finanzwelt. Keiner dieser drei Faktoren sagt irgendetwas über die langfristige Stärke oder Schwäche von Gold aus. Sie beschreiben kurzfristige Marktmechanismen, die in Krisenzeiten immer wieder auftreten – und die historisch betrachtet stets dieselbe Konsequenz hatten. Beim OPEC-Ölembargo 1973 fiel Gold zunächst um 13 Prozent, bevor es bis 1980 um rund 700 Prozent stieg. In der Finanzkrise 2008 verlor es nach dem Kollaps von Lehman Brothers rund 30 Prozent, um anschließend bis 2011 um über 170 Prozent zuzulegen. Der initiale Rückgang war in beiden Fällen keine Warnung. Er war eine Gelegenheit – für diejenigen, die verstanden hatten, was wirklich passierte.
De-Dollarisierung
Wie kurz bevor beschrieben, ist der US-Dollar mitunter solch eine mächtige Weltleitwährung, weil sie der Petrodollar ist, also Rohöl und alle Rohstoffe international mit ihr gehandelt werden. Um die Macht des US-Dollars zu brechen, spielt die De-Dollarisierung eine zentrale Rolle. Die De-Dollarisierung beschreibt den fortschreitenden Prozess, in dem Staaten weltweit den US-Dollar in seiner Rolle als vorherrschende Währung für grenzüberschreitende Transaktionen und als Hauptreserve der Zentralbanken zunehmend meiden. Diese Entwicklung beinhaltet die gezielte Substitution des US-Dollars durch alternative Währungseinheiten. Der primäre Antrieb für diese Verschiebung liegt in dem Bestreben, die ökonomische Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern sowie geopolitische Risiken, die sich aus dieser Abhängigkeit ergeben, zu minimieren.
Insbesondere die BRICS-Staaten treiben die De-Dollarisierung in bisher unbekanntem Ausmaß voran. Schon seitdem sich die BRICS-Staaten in dieser Konstellation seit 2011 jährlich treffen, war die De-Dollarisierung ein gemeinsames Ziel, das die Staatenallianz sich auf die Fahnen geschrieben hatte. Die BRICS sahen Gold als Konkurrenz zur globalen Weltleitwährung US-Dollar. Sie warfen den USA vor, den Goldpreis nach unten zu manipulieren, um den US-Dollar stärker erscheinen zu lassen als er ist.
Mittlerweile sind die Maßnahmen, um die eigenen BRICS-Währungen immer mehr im globalen Zahlungsverkehr zu etablieren, weiter vorangeschritten. Im Rahmen der BRICS-Plus-Staaten, die eine Erweiterung der BRICS-Staaten seit 2024 um sechs weitere Länder darstellt, wird eine eigene Handelswährung auf den Weg gebracht. Genauer gesagt dient die „BRICS Unit“ (oder nur „The Unit / Unit“) genannte Handelswährung als digitale Verrechnungseinheit für den internationalen Handel, nicht als klassische Alltagswährung. Ihr Wert wird zu 40% durch Gold und zu 60% durch einen Korb lokaler Währungen abgesichert. Durch die Golddeckung bietet die Unit eine wertstabile Alternative zum Fiat-Geld des Dollars, der durch die hohe US-Staatsverschuldung als abwertungsgefährdet gilt.
Bei der Unit, die sich noch in der Test- und Pilotphase befindet, handelt es sich primär nicht nur um eine neues grenzüberschreitende Verrechnungseinheit im Handel; sie soll auch als Reserveinstrument dienen, das darauf ausgelegt ist, die Abhängigkeit vom US-Dollar und dessen Dominanz zu verringern.
Vor allem China ist das Land, das dieses Ziel am stärksten verfolgt. Da quasi die Hälfte des Welthandels in US-Dollar stattfindet und etwa drei Prozent (Stand: Januar 2026) in der chinesischen Währung Yuan zeigt sich die globale Dominanz der amerikanischen Weltleitwährung.

(Quelle: MacroMicro)
Tauschhandel
Ein wichtiges Werkzeug im Kontext der De-Dollarisierung sind Währungsswap-Abkommen: Dabei tauschen Zentralbanken ihre Landeswährungen direkt aus, damit Partnerländer Importe in Yuan bezahlen können, ohne den teuren Umweg über den Dollar zu gehen. Dieses Netzwerk wuchs bis März 2026 auf 32 aktive Abkommen mit einem Rekordvolumen von rund 635 Milliarden US-Dollar. Vor allem im Globalen Süden dient das System als finanzielles Sicherheitsnetz: Während Pakistan Anfang 2026 eine erneute Erweiterung seiner Kreditlinie auf nun 6,2 Milliarden US-Dollar vereinbarte, sicherte sich Ägypten im Februar 2026 frische Liquidität über 2,8 Milliarden US-Dollar, um seine Devisenkrise zu dämpfen.
Um das Vertrauen in den Yuan zu zementieren, verknüpft China diese Kredite mit einer massiven Gold-Infrastruktur. Die Shanghai Gold Exchange (SGE) treibt dazu den Aufbau eigener Gold-Lager in strategischen Partnerländern wie Saudi-Arabien (Swap-Volumen: 6,9 Mrd. US-Dollar) massiv voran. Dies ermöglicht es Staaten, ihre Yuan-Einnahmen direkt vor Ort in physisches Gold umzuwandeln – eine „harte“ Absicherung gegen Währungsschwankungen. Auch rohstoffreiche Länder wie Ghana profitieren von dieser Verzahnung: Im Rahmen seines „Gold-for-Oil“-Modells kooperiert Ghana primär mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und zunehmend direkt mit chinesischen Staatskonzernen, um Gold gegen Treibstofflieferungen zu tauschen und so den Dollar-Bedarf zu eliminieren. Zusammen mit stabilen Großabkommen in Brasilien (~26 Mrd. US-Dollar) und Argentinien (18 Mrd. US-Dollar) schafft China so eine krisenfeste, goldgedeckte Alternative zum westlichen Finanzsystem.
Indem sie alternative Währungen wie den Chinesischen Yuan als neue Reserve und Handelsmittel einsetzen, streben Länder des Globalen Südens oder der BRICS nach einer größeren Währungsvielfalt und einer gestärkten ökonomischen Souveränität. Gleichzeitig machen sie sich gegenüber potenziellen Sanktionen der USA unabhängig.
Multipolare Weltordnung
Durch die Neuordnung seiner Währungsreserven lenkt China die Weichen für eine multipolare Weltordnung, in der der US-Dollar nicht länger die einzige Leitwährung ist. Dies wird tiefgreifende Konsequenzen für den internationalen Handel und die globale Finanzstabilität haben. Die BRICS-Staaten könnten ihre Position durch die genannten Swap-Abkommen stärken, was die globalen Machtverhältnisse neu definiert. Die Abkehr vom US-Dollar birgt Risiken, darunter mögliche Turbulenzen auf den Währungsmärkten, die die wirtschaftliche Stabilität der beteiligten Länder gefährden kann. Aber auch Krieg und Finanzkrisen sind gewiss kein unrealistisches Szenario.
Wie CNN während des Iran-Krieges Mitte 2026 berichtete, erwog der Iran, Öltanker nur dann durch die Straße von Hormus passieren zu lassen, wenn die Ladung in chinesischen Yuan statt in US-Dollar bezahlt wird, um so Sanktionen zu umgehen und den Dollar zu schwächen.
Inmitten dieser Verschiebungen hat Gold an Bedeutung gewonnen,. Während traditionelle Währungen unter Druck stehen, bietet das Edelmetall eine Konstanz, die Investoren schätzen.
Für den Westen, insbesondere die USA, stellt Chinas Initiative eine große Herausforderung dar. Die geopolitische Landkarte zeichnet sich neu, was entscheidend dafür sein wird, wie der Westen reagiert. Deutschland als führende Wirtschaftsmacht Europas muss seine eigene Position definieren und auf den Wandel in der internationalen Währungsordnung angemessen reagieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

(Quelle: Ray Dalios Buch „Principles for Dealing with the Changing World Order„)
Die Initiative Chinas und der BRICS-Staaten könnte ein Weckruf für eine neue Ära der monetären Selbstbestimmung sein. Die Abkehr vom US-Dollar markiert einen politischen und wirtschaftlichen Wendepunkt, der zu einer stärker multipolaren Welt führt, in der die Länder des Globalen Südens zunehmend ihre eigene Stimme erheben und an Relevanz gewinnen. China möchte das Zepter übernehmen und die USA werden dies nicht kampflos zulassen – die Geschichte lehrt uns dies.
Eine tiefergehende Analyse zur De-Dollarisierung lesen sie in unserem verlinkten Beitrag.
Die Manipulation des Goldpreises
Es ist der Klassiker an der Börse: Ein meinungsstarker Akteur jubelt – wider besseren Wissens – eine Aktie in den Medien hoch. Wenn viele deshalb einsteigen und der Kurs steigt, verkauft er und macht seinen Reibach. Da seine Behauptungen nicht gestimmt haben, fällt der Kurs wieder und die Anleger haben das Nachsehen. In diesem Fall kann klar von Marktmanipulation gesprochen werden. Allerdings gilt das nicht nur für Aktien, sondern auch für den Goldpreis. Dieser wird seit Jahrzehnten von diversen Akteuren manipuliert. Wie und vor allem auch warum das gemacht wird, erklären wir in den folgenden Absätzen.
Für das Aufdecken und Verfolgen solcher strafrechtlich relevanter Praktiken ist in Deutschland die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuständig.
Die BaFin spricht von Marktmanipulation, wenn durch Marktmissbrauch die Integrität der Finanzmärkte verletzt und das Vertrauen der Öffentlichkeit in das Funktionieren der Märkte untergraben wird. Etwas griffiger formuliert es die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission): Manipulation ist ein vorsätzliches Verhalten, das darauf abzielt, Anleger durch Kontrolle oder künstliche Beeinflussung des Marktes für ein Wertpapier – wobei hier der Begriff durch den Goldpreis ersetzt werden müsste – zu täuschen.
Marktmanipulation ist eine künstliche Beeinflussung des Marktes, um die Anleger zu täuschen.
Kriminelles Handeln bei Banken
Bis ins Jahr 2015 hinein wurde am London Bullion Market noch telefonisch gehandelt. Es gab zu viele Anschuldigungen der Marktmanipulation und mangelnder Transparenz, weshalb der Goldpreis seitdem elektronisch ermittelt wird. Dass Manipulationen an sich auf dem Goldmarkt möglich sind, zeigt die Verurteilung des Ex-Chefs für Edelmetallhandel bei der amerikanischen Großbank J.P. Morgan sowie einer seiner Top-Händler. Ihnen konnte die kriminelle Machenschaft nachgewiesen werden, die illegale Taktik namens “Spoofing” an amerikanischen Terminbörsen angewandt zu haben.
Beim Spoofing, was so viel wie Täuschung bedeutet, werden Gebote abgegeben, die kurz vor der Ausführung storniert werden. Gleichzeitig werden Aufträge auf der Gegenseite erteilt, was zu einer Irreführung der Marktteilnehmer führt. Das grundlegende Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage an der Börse wird ausgehebelt, was zur Manipulation des Marktes genutzt werden kann.
Schon Jahre zuvor wurden Händler zu Haftstrafen, wie ein Händler der Deutschen Bank 2021, und Großbanken zu Strafzahlungen, wie JP Morgan zu 920 Millionen US-Dollar in 2020, verurteilt. Auch Jahre zuvor wurden u.a. die UBS oder HSBC zu Strafen verurteilt. Es ist nachweisbar über Jahre gängige Praxis gewesen, Preise von Gold und Silber zu manipulieren – und zwar vor allem nach unten.
Manipulation, um Vertrauen zu gewinnen?
Auf der einen Seite der Marktmanipulation steht das kriminelle Verhalten bestimmter Individuen – die in Finanzinstituten möglicherweise auch in entsprechende Netzwerke eingebunden sind -, um auf illegale Art und Weise mehr Geld zu verdienen. Eine andere Motivation, den Goldpreis zu manipulieren, wird der amerikanischen Zentralbank FED zugesagt.
Weil der US-Dollar, vor allem, nachdem die Goldbindung 1971 durch Präsident Nixon aufgehoben wurde, fortwährend an Kaufkraft verliert, würde die FED in den Goldmarkt eingreifen, um den Preis niedrig zu halten. Dass die BRICS das schon in den 2010er Jahren (und auch schon vorher) moniert haben, darauf waren wir schon eingegangen. Ein steigender Goldpreis könnte also mit dem Vertrauensverlust in die Währung gleichgestellt werden. Nicht nur die Wechselkurse der jeweiligen Währungen zueinander, sondern auch die Höhe des Goldpreises in der Weltleitwährung US-Dollar sei ein Gradmesser für das entgegengebrachte Vertrauen in diese. Deshalb würde die FED den Goldpreis nach unten manipulieren.
Premium: Der Goldpreis in China
Die Manipulation des Goldpreises resultiert also zum einen aus dem Herrschaftsanspruch der USA: Der Goldpreis wird gedrückt, um den US-Dollar dadurch in Relation stärker erscheinen zu lassen.
Zum anderen ist das System des globalen Handels mit Gold eng mit dem Terminmarkt verknüpft: Im erweiterten Sinne ist hier – wie oben bereits angeschnitten – von „Papiergold“ die Rede. Der Begriff wird zwar generell durchaus für Terminkontrakte genutzt, doch häufig auch mit einem abwertenden Unterton; häufig in der Hinsicht, dass es „lediglich auf dem Papier stehe“. Wenn auch mithilfe der Futures-Märkte Manipulationen vorgenommen werden, ist hierbei nicht minder das Problem gegeben, dass das auf dem Papier verbriefte Gold gegebenenfalls gar nicht lieferbar ist. In den vergangenen Jahrzehnten stellte das kein Problem dar, weil die Gewinne, die beim Handel gemacht wurden in Form von Geldzahlungen ausgeglichen wurden, ohne dass das Gold ausgeliefert wurde. Aber durch die zunehmend geopolitische Gewicht, das Gold in den gegenwärtig sehr unsicheren Seiten gewonnen hat, nimmt die Bedeutung des physischen Besitzes weiter zu. Hier kommt das Paper-Gold-Ratio, dass bei ca. 143:1 liegt (Stand: 31. März 2026). Pro Unze Gold gibt es also 143 Kontrakte, die sich auf diese Unze Gold beziehen.
An einem plastischen Beispiel verdeutlicht: Stellen Sie sich ein Party mit hundert Gästen, aber nur einem einzigen Stuhl vor. Der Gastgeber händigt jedem Gast einen Gutschein aus, der das Recht verbrieft, jederzeit auf diesem Stuhl Platz nehmen zu können. Solange alle herumlaufen, sich im Stehen unterhalten, Drinks holen und tanzen, fällt das Missverhältnis nicht auf und das System wirkt stabil. Sobald jedoch die Musik stoppt und alle Gäste gleichzeitig ihren Anspruch einlösen wollen, bricht das System augenblicklich zusammen. Da der physische Stuhl nicht vervielfältigt werden kann, halten 99 Personen wertloses Papier in den Händen. Das Exempel verdeutlicht also, dass das Paper-to-Gold-Ratio nur so lange funktioniert, wie die physische Auslieferung nicht von allen bzw. von zu vielen gleichzeitig gefordert wird.
Die Manipulationen an den Goldmärkten und potenziell mögliche Schwierigkeiten bei einer physischen Auslieferung werden von vielen Marktteilnehmern kritisiert. Diesen Unmut machen sich die chinesischen Börsen zunutze, um sich immer mehr am Goldmarkt zu etablieren. Zwar sind die Handelsvolumina an der LBMA (365.000 Tonnen in 2025) mehr als 16 Mal höher als an der SGE (COMEX etwa 10 Mal höher), doch wie beim Thema De-Dollarisierung auch, verfolgt China hier eine Langzeitstrategie.
Eine elementare Maßnahme der SGE besteht darin, einen höheren Goldkurs zu stellen. Dadurch wird zwar ein Kauf zwar teurer, aber der Verkauf lockt viele internationale Händler, da sie hier zu höheren Goldpreisen verkaufen können.
Diese Vorgehensweise ist insbesondere seit Anfang 2025 zu beobachten. Der Aufschlag auf den Preis – das so genannte Premium – an der Shanghai Gold Exchange (SGE) gegenüber der Londoner LBMA erreichte Rekordmarken. Ein markanter Höhepunkt war der September 2025, als der Aufschlag in Shanghai auf über 120 US-Dollar pro Unze kletterte. Auch zum Jahreswechsel, speziell im Januar 2026, verharrte die Differenz bei über 90 US-Dollar, während der Weltmarktpreis die 5.000-Dollar-Marke testete. Diese hohen Preisdifferenzen fungieren als ökonomischer Magnet: Da Gold im Osten teurer ist, wird physisches Metall wie erwähnt also gezielt aus westlichen Tresoren abgezogen und nach China importiert. Durch diesen Arbitrage-Anreiz lenkt die SGE den globalen Goldfluss strategisch um, was es China ermöglicht, seine nationalen Goldreserven systematisch aufzustocken und die Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.

Wie in dem Chart oben zu sehen ist, lag der Goldpreis im März 2026 an der SGE fast komplett über dem Vergleichskurs an der LBMA. Am 31. März gegen 17 Uhr beispielsweise, lag er in Shanghai bei 4.619,29$ und in London bei 4.607,66$, was ein Premium in Shanghai von 11,63$ ausmacht. Das durch die grüne Linie dargestellte Premium in Shanghai lag den ganzen Monat im grünen Bereich.
Wider der ökonomischen Logik
Für eine Manipulation über Terminmärkte, eventuell auch vonseiten der Zentralbanken, gibt es zahlreiche Hinweise. Diese betreffen insbesondere das Verhalten bei Verkaufsorders, die der wirtschaftlichen Logik und dem gesunden Menschenverstand zuwiderlaufen. Wer ein großes Volumen an Gold verkaufen möchte, der bietet sie nicht in großen Mengen und zu den ruhigsten Handelszeiten an. Anstatt die Orders zu stückeln und anzubieten, während viel Bewegung im Markt ist, geschieht häufig jedoch genau dies. So fällt der Preis stark, was nur Sinn ergeben würde – abgesehen von höchst unwahrscheinlicher Inkompetenz -, wenn er bewusst gedrückt werden soll.
Künstlich ins Leere verkauft
Ein weiterer Vorwurf, der gegenüber der FED erhoben wird, ist es, dass sie mithilfe von Banken Leerverkäufe tätigen würde, um den Preis zu drücken. Bei Leerverkäufen sind die Verkäufe nicht durch Gold (bzw. anderen Gütern) gedeckt. Es wird quasi Edelmetall verkauft, das nicht vorhanden – oder besser gesagt, vorerst geliehen – ist. Das Geschäft an sich funktioniert, da das physische Gold nicht geliefert wird, sondern der jeweilige Gewinn oder Verlust an einem festgelegten Datum als Geldbetrag verrechnet wird.
Dennoch wird ein Angebot geschaffen, das künstlich entstanden ist. Kritiker halten vor, dass es sich um eine künstliche Beeinflussung des Marktes handelt, wie sie von der SEC als Marktmanipulation definiert wird. Mit dem wirklich am Markt herrschenden Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage stimme das nicht überein. Die beteiligten Banken – die als sogenannte Bullion Banks in Absprache mit der FED agieren sollen – halten entgegen, dass es sich um ganz normale, gängige und legale Geschäftspraktiken handelt.
Beim Leerverkauf leiht sich der Verkäufer ein Gut, verkauft es und spekuliert darauf, es später billiger zurückkaufen können. Beim Handel mit Gold wird hier von “Goldleihe” gesprochen.
Goldpreisprognose 2026 – wohin geht die Reise?
Der Goldpreis hat bis ins Jahr 2026 hinein bereits erstaunliche Höhen erreicht, und viele Experten prognostizieren weitere Anstiege. Am 29. Januar 2026 lag der Preis für eine Feinunze Gold bei rund 5.574,70 US-Dollar, hier liegt das bisherige Allzeithoch (Stand: März 2026). Doch wie wird sich der Goldpreis im weiteren Verlauf des Jahres entwickeln?
Die Prognosen der Experten
Die Prognosen der Experten sind durchaus optimistisch. Laut einer Zusammenstellung verschiedener Einschätzungen sehen viele Analysten einen weiteren Anstieg des Goldpreises in den kommenden Monaten voraus. Analsytenschätzungen zeigen, dass im Schnitt mit steigenden Preisen gerechnet wird. Die US-Investmentbank Jefferies geht zu Ende 2026 von 6.600 US-Dollar aus, die DZ-Bank von nur 4.800 US-Dollar. Grundsätzlich sind die meisten optimistischer und sehen einen Kurs bei 6.000 US-Dollar oder darüber als realistisch an: Deutsche Bank und Bank of America bei 6.000 US-Dollar, UBS bei 6.200 US-Dollar und JPMorgan bei 6.300 US-Dollar.
Auf welchen Faktoren basieren die Prognosen?
Die Gründe für diese Prognose sind vielfältig. Einerseits spielt die geopolitische Lage eine Rolle, insbesondere die anhaltenden Krisen, Kriege und Konflikte weltweit. Die instabile Situation in Regionen wie der Ukraine, im Nahen Osten und anderen Teilen der Welt führt zu einer erhöhten Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold.
Zusätzlich beeinflusst die Zinspolitik der Notenbanken den Goldpreis. Die Aussicht auf mögliche Zinssenkungen durch die US-Federal Reserve und die Europäische Zentralbank macht Gold als Anlage attraktiver. Auch historische Daten sprechen für eine positive Entwicklung des Goldpreises. In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete das Edelmetall einen Wertzuwachs von rund 120 %, was seine Rolle als effektiver Inflationsschutz und stabiler Anker in Zeiten geopolitischer Unsicherheit unterstreicht. Angesichts der aktuellen massiven Zentralbankkäufe und der globalen Verschuldungsdynamik bleibt Gold das ultimative Instrument zur Risikostreuung für das Ende des Jahrzehnts.
Es gibt jedoch auch Risiken und Unsicherheiten, die die Goldpreisentwicklung beeinflussen könnten. Eine mögliche Stabilisierung der geopolitischen Lage oder unerwartete wirtschaftliche Entwicklungen könnten die Nachfrage nach Gold beeinträchtigen und zu Preisrückgängen führen.
Fazit Goldpreisprognose 2026
Insgesamt deutet jedoch vieles darauf hin, dass das Jahr 2026 eine goldene Zeit für Goldanleger sein könnte, mit weiteren Preissteigerungen und attraktiven Renditen. Die genaue Entwicklung bleibt natürlich abzuwarten, aber die Prognosen und die aktuellen Trends lassen auf eine positive Zukunft für das Edelmetall hoffen.
Mehr über die Goldpreisprognose für 2026 und die Faktoren, die den Preis beeinflussen, erfahren Sie in unserem verlinkten Artikel.
Goldpreisprognose 2027 – Gold zündet den Turbo
Die vergangenen Monate und Jahre haben gezeigt, dass der Goldpreis ungeachtet geopolitischer Turbulenzen und wirtschaftlicher Unsicherheiten neue Höhen erreichen kann. Mit einem historischen Höchststand von über 5.415 US-Dollar pro Feinunze (5.598 US-Dollar innerhalb eines Handelstages; Stand: März 2026) hat das gelbe Metall seine Attraktivität als sichere Anlage erneut unter Beweis gestellt. Doch wie wird sich der Goldpreis weiterhin entwickeln? Welche Faktoren werden den Preis beeinflussen, und welche Prognosen gibt es?
Die Prognose im Überblick
Analysten und Marktbeobachter sind weiterhin optimistisch hinsichtlich des Goldpreises für die kommenden Monate und das nächste Jahr. Einige Experten wagen sogar Prognosen bis ins Jahr 2030, die einen deutlichen Anstieg des Goldpreises vorhersagen. Doch für das aktuelle Jahr gibt es bereits erste Schätzungen, die auf bekannten Faktoren basieren und die Preisentwicklung beeinflussen werden.
Der Goldpreis wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Im Jahr 2023 überstieg das Angebot an Gold die Nachfrage leicht, was auf den ersten Blick zu einem Rückgang des Goldpreises hätte führen sollen. Doch andere Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen, verhinderten dies und führten zu einem deutlichen Anstieg. In den Jahren 2024, 2025 und 2026 (bis 1. Quartal) war das Verhältnis – mit leichter Tendenz die zunehmende Nachfrage betreffend – prinzipiell ausgeglichen. Für das Jahr 2027 gewinnt jedoch ein neuer, massiver Impuls an Bedeutung: Der aktuelle Ölpreisschock wirkt wie ein Katalysator auf das Marktumfeld und verstärkt den Trend zur Flucht in Sachwerte.
Verschiedene Faktoren werden naturgemäß auch künftig den Goldpreis beeinflussen. Die Zinspolitik der Zentralbanken wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen, niedrige Zinsen werden Gold umso attraktiver machen, während politische Krisen und Konflikte die Nachfrage nach sicheren Anlagen darüber hinaus ebenfalls erhöhen können. Auch die Entwicklung des US-Dollars und die Verschuldung der USA werden Auswirkungen auf den Goldpreis haben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den explodierenden Energiekosten; der drastische Anstieg der Ölpreise heizt die Inflationserwartungen weltweit an, was Gold als klassischen Inflationsschutz historisch gesehen massiv aufwertet.
Ausblick und Prognosen
Die aktuellen Rahmenbedingungen mit rückläufigem Wirtschaftswachstum, Stagflation und geopolitischen Verwerfungen deuten darauf hin, dass der Goldpreis generell auf hohem Niveau bleiben wird. Es wird erwartet, dass die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen angesichts der bestehenden Unsicherheiten weiter zunehmen wird. Die durch den Ölpreisschock drohende Rezession bei gleichzeitig hoher Inflation verschärft das Szenario einer Stagflation zusätzlich und macht Gold im Vergleich zu zinssensitiven Anlagen noch attraktiver.
Fazit
Der Goldpreis bleibt nach wie vor ein Thema von großem Interesse für Anleger und Marktbeobachter. Die vielfältigen Einflussfaktoren machen eine genaue Prognose schwierig, aber die aktuellen Trends deuten auf einen weiteren Anstieg des Goldpreises auf langfristige Sicht hin. Durch die zusätzliche Belastung der Weltwirtschaft infolge der Ölpreisrallye festigt sich der Status von Gold als unverzichtbare Krisenwährung. Investoren sollten die Entwicklung genau im Auge behalten, da Gold weiterhin eine wichtige Rolle als Absicherung gegen wirtschaftliche und geopolitische Risiken spielen wird.
Lesen Sie hier den vollständigen Artikel für eine detaillierte Analyse der Goldpreisprognose für das Jahr 2025.
Goldpreisprognose 2030
Die Prognose für den Goldpreis im Jahr 2030 hängt von verschiedenen Faktoren ab, die bisher auch aufgegriffen wurden. Darunter etwa die erwartete Inflation, Realzinsen und geopolitische Verschiebungen, De-Dollarisierung und die immer mächtiger werdenden BRICS-Staaten – auch mit Blick auf die Weiterentwicklung innerhalb der BRICS-plus-Staaten. Zudem könnte die angespannte Lage am Energiemarkt, insbesondere ein anhaltender Ölpreisschock, als zusätzlicher Impulsgeber fungieren, der die globalen Unsicherheiten weiter befeuert. Experten prognostizieren, dass der Goldpreis bis 2030 auf bis zu 7.000 US-Dollar, gar 10.000 US-Dollar steigen könnte, gestützt auf historische Muster und aktuellen Trends. Denn im 21. Jahrhundert war Gold das stärkste Asset:
Inflation und ihre Bedeutung
Ein entscheidender Faktor für die Goldpreisprognose ist die erwartete Inflation. Angesichts der durch Gelddruckorgien der Zentralbanken verursachte steigende Geldmenge sowie durch den Ölpreisschock des Iran-Krieges und seiner gravierenden Langzeitfolgen wird erwartet, dass die Inflation bis 2030 erheblich steigen könnte. Dabei spielen die indirekten Effekte gestiegener Energiekosten eine wesentliche Rolle, da sie die Produktionsketten verteuern und somit den Inflationsdruck verstetigen könnten. Dies könnte die Rolle von Gold als Inflationsschutz verstärken und zu einem Anstieg des Goldpreises führen.
Das Stagflations-Szenario: Realzinsen als entscheidender Hebel
Ein zentraler Treiber für den Goldpreis bis 2030 könnte das Wiederaufleben eines stagflationären Umfelds sein, wie es die Weltwirtschaft bereits in den 1970er-Jahren erlebte. Damals wie heute sorgt ein Ölpreisschock für steigende Kosten bei gleichzeitig schwächelndem Wachstum. In einer solchen Konstellation geraten Zentralbanken in ein Dilemma: Erhöhen sie die Zinsen drastisch, um die Inflation zu bekämpfen, riskieren sie einen wirtschaftlichen Kollaps; lassen sie die Zinsen niedrig, galoppiert die Inflation davon. Die Folge sind tiefnegative Realzinsen – also eine Situation, in der die Teuerungsrate die Nominalzinsen deutlich übersteigt. Da Gold keine Zinsen zahlt, entfallen in einem solchen Marktumfeld die Opportunitätskosten (Nutzen der entgangenen Alternative), was das Edelmetall historisch betrachtet zu einem der größten Profiteure von Kaufkraftverlusten macht. Sollte sich die Geschichte wiederholen und der Ölpreisschock die Realzinsen langfristig im negativen Bereich zementieren, könnte dies die Attraktivität von Gold als ultimativem Wertspeicher massiv steigern.
Geopolitische Verschiebungen und Konflikte
Die geopolitischen Verschiebungen spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Goldpreisentwicklung. Die De-Dollarisierung, der geopolitische Machtkampf zwischen den USA und den BRICS-Staaten sowie zunehmende regionale Konflikte fördern tendenziell die Flucht in „sichere Häfen“. Verknappungen am Ölmarkt werden hierbei oft als geopolitisches Instrument wahrgenommen, was das Vertrauen in die Stabilität des bestehenden Finanzsystems weiter untergraben und die Nachfrage nach physischem Gold stützen könnte.
Bewertung von Gold und der „faire Wert“
Die Bewertung von Gold im Vergleich zu seinem „fairen Wert“ ist ein weiterer wichtiger Aspekt. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass der faire Wert für Gold derzeit deutlich über dem aktuellen Spotpreis liegen könnte. Gründe hierfür werden unter anderem in vergangenen Marktinterventionen gesehen, die den Preis künstlich belasteten, nun aber an Wirkung verlieren könnten. Auch die durch den Ölpreisschock gestiegenen Energiekosten für die Goldförderung könnten – aufgrund seiner hohen Bedeutung mehrmals erwähnt – dazu beitragen, dass die Preisuntergrenze für das Edelmetall fundamental nach oben verschoben wird.
Insgesamt deuten die Kombination aus steigender Inflation, niedrigen Realzinsen und geopolitischen Verschiebungen darauf hin, dass der Goldpreis bis 2030 weiter steigen könnte. Ein Anstieg auf bis zu 7.000 US-Dollar pro Unze ist möglich, wenn sich diese Trends fortsetzen. Investoren sollten daher die Entwicklung dieser Faktoren genau verfolgen und ihre Anlagestrategien entsprechend anpassen.
2030 – Agenda 2030 – vieles wird vor diesem Hintergrund klar, wohin wir uns bewegen: UN-Zukunftspakt: Verwirklichung der Agenda 2030 in eine neue Weltorder
Goldpreisentwicklung – Eine historische Betrachtung
Nach dem Motto „Wer in die Zukunft blicken will, muss die Vergangenheit kennen, gegen Ende noch ein Rückblick in die Historie des Goldes.
Der historische Fund in der Nekropole von Warna, im heutigen Bulgarien, belegt mit über 6.000 Jahren alten Grabbeigaben das weltweit älteste verarbeitete Gold als frühes Statussymbol. Die enorme Goldkonzentration in einzelnen Gräbern markiert geschichtlich den Moment, in dem das Edelmetall erstmals zur Demonstration von Macht und sozialer Hierarchie eingesetzt wurde. Gold als Zahlungsmittel lässt sich bis ins antike Ägypten im 3. Jahrtausend vor Christus zurückverfolgen. Der legendäre lydische König Krösus ließ 560 v. Chr. erstmals einheitliche Goldmünzen prägen. Vom Römischen Reich über das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit übernahm Gold eine Geldfunktion. Anfang des 18. Jahrhunderts erklärte die britische Regierung die Umtauschbarkeit ihrer Währung in Gold zu einem festgelegten Preis.
Mit dem Aufkommen von Papiergeld im 16. Jahrhundert und später von Banknoten im 18. Jahrhundert, wurde Gold ein Wert in einer bestimmten Einheit beigemessen. Zugleich besaßen Münzen und Barren aus Gold ihren inneren Wert und hatten einen alltäglichen Zweck als Geld an sich. Der Goldstandard, bzw. Bindung an Papiergeld an Gold und Silber war bis ins frühe 20. Jahrhundert in der Weltwirtschaft üblich.
Große Depression
Nachdem in den 1920ern eine Aktienhausse herrschte, kam es dann im Oktober 1929 zum Börsencrash. Dieser löste die Weltwirtschaftskrise aus. Banken brachen zusammen, es entstanden Deflation und Massenarbeitslosigkeit. Bis Juli 1932 verlor der Dow Jones knapp 90 Prozent an Wert. Zur Bewältigung dieser Wirtschafts- und Bankenkrise brauchten die USA jedoch mehr Geld, als sie aufgrund ihrer damaligen Goldbestände drucken durften. Darum erließ der US-Präsident Roosevelt am 5. April 1933 eine “Executive Order” (Durchführungsverordnung) und stellt das Horten von Gold unter Strafe. Bis auf kleine Ausnahmen, dass der Wert pro Person nicht 100 Dollar übersteigen durfte oder ganz besondere Sammlermünzen betreffend, trat das Goldverbot ein.
Kurz darauf, im Jahr 1934, erhöhte Roosevelt den Goldpreis von bisher 20,67 US-Dollar pro Feinunze auf 35 US-Dollar. Damit war genug Gold vorhanden, um die Geldmenge entsprechend auszuweiten und die Krise zu bewältigen. Diejenigen, die ihr Gold jedoch aufgrund des Goldverbots an die Regierung abtraten, wurden jedoch de facto enteignet und um einen Gewinn von ca. 69 Prozent gebracht. Bereits damals zeigte sich, dass für die Bewältigung von Krisen eine Erhöhung der Geldmenge und damit verbunden auch eine Goldpreissteigerung nötig war.
Bretton Woods
Im Juli 1944 wurde von 44 Staaten im amerikanischen Luftkurort Bretton Woods das Fundament für ein neues Weltwährungssystem gelegt. Der Wert des US-Dollars wurde mit 35 US-Dollar pro Feinunze festgelegt. Alle beteiligten Währungen wiederum wurden in einem System fester Wechselkurse an den Dollar gekoppelt. Die USA verpflichteten sich gegenüber den Staaten, jederzeit Dollar gegen Gold einzulösen. Der Dollar war quasi so gut wie Gold. Nur den Bürgern des eigenen Landes blieb der Umtausch ihres Geldes gegen das Edelmetall verwehrt; sie unterlagen dem Goldverbot, bis Präsident Gerald Ford es am 31. Dezember 1974 aufhob.
Zum Bretton Woods-System lesen Sie im verlinkten Artikel alle Details.
Nixon Schock
Am 15. August 1971 gab der damalige US-Präsident Richard Nixon einseitig die “vorläufige Aussetzung“ der Einlöseverpflichtung bekannt. Das kam einem Kündigen des Bretton-Woods-Abkommens gleich, was dann 1973 auch tatsächlich geschah. Mit dem Nixon-Schock von 1971 wurde die Dollar-Bindung aufgehoben und der Goldpreis entwickelte sich am Markt. In den vorangegangenen Jahren wurde die Geldmenge des US-Dollars stärker erhöht als das in Anbetracht der Goldreserven der USA hätte passieren dürfen. Dies führte zu einem rapiden Anstieg des Goldpreises, der über Jahrzehnte künstlich bei 35 US-Dollar fixiert war.
Ölkrisen
Die Entscheidung Nixons blieb nicht ohne weitreichende Folgen. Die 70er hielten noch große weltpolitische Krisen sowie große weltwirtschaftliche Herausforderungen parat. Der Goldpreis reagierte entsprechend darauf und glänzte in der Dekade als Krisenmetall. 1972 lag der Goldpreis bei ca. 50 US-Dollar. 1973 stieg er über 100 US-Dollar. Der Grund dafür war hauptsächlich der Angriff Ägyptens und Syriens auf Israel. Da der Westen Israel mit Waffen unterstützte, drosselten die arabischen Ölstaaten drastisch die Förderung und verhängten ein Embargo. Das befeuerte eine weltweite Inflation, die in den USA bis in die 1980er-Jahre hinein teils die 10-Prozent-Marke überschritt. Wie damals erinnert auch der heutige Ölpreisschock schmerzlich daran, wie Energieverknappung die Kaufkraft schwächt, weshalb viele Anleger erneut auf die physische Sicherheit von Gold setzen – wie gesagt, ist die Gefahr einer neuen Stagflation ein besonders massives Risiko.
Mehr zur Ölkrise der 1970er-Jahre lesen Sie in unserem detaillierten Artikel.

In den letzten Dezembertagen des Jahres 1979 übersprang der Goldpreis die 500-Dollar-Marke. Die Islamische Revolution im Iran und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan trieben den Goldpreis in die Höhe, am 21. Januar 1980 erreichte er einen Rekordstand von 850 US-Dollar je Feinunze.
In den 80ern und 90ern befand sich der Goldpreis dann in einer tendenziellen Abwärtsbewegung. Als der irakische Präsident Saddam Hussein 1990 in Kuwait einfiel und die USA mit der sog. internationalen Koalition 1991 im Irak einmarschierten, stieg der Goldpreis deutlich an. Gleiches geschah auch im Einmarsch der USA und ihrer Verbündeten im März 2003.
Dotcom-Blase – Neuer Markt statt Gold
Von Mitte der 90er bis Anfang der 2000er beherrschte der “Neue Markt” die Investments der Anlegerschaft. Die Tech-Werte wurden durch das Aktien-Fieber in der Bevölkerung immer weiter in die Höhe getrieben. Es herrschte wenig Interesse an Gold, Aktien rund um das boomende Internet waren im Fokus der Investoren. Von 1999 bis 2002 fiel der Goldpreis bis unter 250 US-Dollar. Mit dem Platzen der Dot-Com-Blase und dem damit einhergehenden Aktiencrash erlebte Gold wieder einen enormen Aufschwung und vervierfachte sich bis ins Jahr 2008 auf ca. 1.000 US-Dollar.

Finanzkrise 2007/2008 zur Eurokrise
Den Rekordstand, den den Goldpreis bei über 800 US-Dollar im Jahr 1980 erlangt hatte, erreichte er 2008 wieder. Die Finanzkrise, die sich schon ein Jahr zuvor begann abzuzeichnen, veranlasste die immer unsicherer werdenden Anleger vermehrt in Gold als sicheren Hafen zu investieren. Im März 2008, fast genau ein halbes Jahr, bevor die Lehman-Bank Pleite ging, erreichte der Goldpreis erstmals in seiner Geschichte die 1.000-Dollar-Marke.

Durch die Finanzkrise, die von der USA ausgehend die Welt ergriffen hatte, entwickelte sich immer mehr zu einem handfesten Problem in Europa. Die hohen Verschuldungen und Wirtschaftsprobleme von Irland, Portugal, Spanien, Italien und vor allem die Staatsschuldenkrise Griechenlands stürzten die Euroländer in die Krise. Von 2009 bis 2011 notierte der Goldkurs bei mehr als 1.900 Euro. Bis Mitte 2013 fiel er dann wieder auf 1.200 US-Dollar und bewegte sich bis zum Ende des Jahrzehnts mit all seinen Aufs und Abs prinzipiell seitwärts.
Covid – und danach
Mit dem Beginn der 2020er Jahre begann der Dauerkrisen-Modus. Im Zuge der Corona-Krise stieg der Goldpreise stetig an und erreichte im August 2020 die 2000-Dollar-Marke. Er hielt sich auf relativ hohem Niveau und erreichte mit dem Beginn des Ukraine-Kriegs wieder die psychologische Marke von 2000 US-Dollar und danach wieder mit dem Beginn der Bankenkrise 2023. Seit dem Konflikt im Nahen Osten, der im Oktober 2023 zu eskalieren begann, ist die Marke dauerhaft überschritten. Der steile Anstieg seitdem (Stand: Mai 2024) erreichte die 2.400-US-Dollar-Marke.

Die Stärke von Gold zeigt sich nicht allein in schweren Krisen, sondern auch in Rezessionsphasen. In solchen Zeiträumen zurückgehender Wirtschaftsleistung hat Gold in mehr als 50 Jahren in der Regel gut performt.

Die einhergehenden ökonomischen Effekte von hoher Inflation über Immobilienkrisen in China, den USA und Europa bis hin zu Pleitewellen bei Unternehmen stellen die Weltwirtschaft vor immer größer werdenden Herausforderungen. Auf der geopolitischen Seite sind es die immensen militärischen Eskalationspotenziale in der Ukraine, im Nahen Osten und im Südchinesischen Meer.
Der Goldpreis von Goldmünzen und Goldbarren
Goldmünzen und Goldbarren sind zwei beliebte Formen der Geldanlage in physischem Gold. Doch welche dieser Formen eignet sich am besten für den Kauf und wie unterscheiden sie sich im Preis?
Goldmünzen und Goldbarren
Goldmünzen sind geprägte Münzen aus Gold, die oft einen Sammlerwert haben und weltweit als Währung anerkannt sind. Sie werden von verschiedenen staatlichen Münzprägeanstalten sowie privaten Münzherstellern produziert und sind in verschiedenen Größen und Motiven erhältlich. Goldmünzen bieten eine ästhetisch ansprechende Möglichkeit, in Gold zu investieren und sind aufgrund ihrer Beliebtheit bei Sammlern, je nach Auflage, oft mit einem deutlich höheren Aufgeld verbunden.
Im Gegensatz dazu sind Goldbarren einfache, rechteckige Stücke aus reinem Gold, die in verschiedenen Gewichten erhältlich sind. Sie werden normalerweise von großen Raffinerien hergestellt und sind weniger anfällig für Sammlerwert, sondern werden hauptsächlich nach ihrem reinen Metallwert gehandelt. Goldbarren sind in der Regel günstiger als Goldmünzen und eignen sich daher besonders für Anleger, die hauptsächlich auf den Wert des Goldes achten und eine einfache Lagerung bevorzugen.

(Quelle: Rand Refinery, Perth Mint, LBMA)
Vor- und Nachteile von Goldmünzen
Goldmünzen haben aufgrund ihrer Prägung und speziellen Jahrgänge oft einen Sammlercharakter, der eine Wahrscheinlichkeit auf langfristige Wertsteigerung bietet. Die Motive können attraktiv sein und einen zusätzlichen Sammlerwert schaffen. Auch werden sie oft als werthaltige Währung wahrgenommen und können weltweit leicht verkauft werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass Münzen als Zahlungsmittel anerkannt sind, was ihre Handelbarkeit erhöht.
Jedoch sind die Prägekosten im Vergleich zu Barren höher, da für die Herstellung von Münzen mehr Produktionsschritte erforderlich sind. Dies führt zu einem leicht höheren Aufgeld beim Kauf. Zudem sind Münzen oft in einer Plastikverpackung (Blister) eingeschweißt, was den direkten Zugang zu ihnen erschwert. Die Anleger müssen auch bedenken, dass die Wertsteigerung von Goldmünzen nicht garantiert ist und von verschiedenen Faktoren wie Sammlerinteresse und Marktnachfrage abhängt.
Vor- und Nachteile von Goldbarren
Goldbarren sind in der Regel günstiger in der Herstellung und haben daher ein niedrigeres Aufgeld beim Kauf. Sie sind einfacher zu stapeln und zu lagern, da ihre Maße in den verschiedenen Größen und Gewichten eine Standardisierung bieten, die so gut wie keinen Platzverlust verursachen. Für Einsteiger ist es einfacher, Barren zu kaufen, da die Stückelung geraden Zahlengrößen entspricht.
Jedoch haben Barren keinen Sammlercharakter wie Münzen und erzielen keine Wertsteigerung über den reinen Edelmetallpreis hinaus. Sie sind nicht so bekannt wie bestimmte Münzmarken und haben weniger Verwendungszwecke. Zudem bieten sie keine Motivwechsel, die potenzielle Wertsteigerungen durch Seltenheit ermöglichen könnten. Barren können auch schwerer zu verkaufen sein, da sie möglicherweise nicht so leicht akzeptiert werden wie Münzen, die als Währung anerkannt sind.
Fazit: Eine Frage der Präferenz
Die Wahl zwischen Goldmünzen und Goldbarren hängt letztendlich von den persönlichen Vorlieben und den individuellen Bedürfnissen ab. Wenn Sie eine langfristige Wertsteigerung und Sammlerwert schätzen sowie eine breite Anerkennung als Währung wünschen, könnten Goldmünzen die bessere Wahl sein. Wenn Sie hauptsächlich auf den reinen Goldwert achten und eine einfache Lagerung bevorzugen, sind Goldbarren möglicherweise die geeignetere Option.
Es ist ratsam, sich von Experten beraten zu lassen und die für die persönliche Situation am besten geeignete Stückelung zu wählen. Letztendlich ist es jedoch eine Frage der Präferenz, da sich die Produkte preislich oft nicht signifikant unterscheiden. Wenn Sie eine breite Diversifikation anstreben, können Sie auch eine Kombination aus beiden Formen in Erwägung ziehen, um von den jeweiligen Vor- und Nachteilen zu profitieren.
Wie viel Gold gibt es weltweit?
Seit den Hochkulturen der Menschheitsgeschichte wird nach Gold gesucht. Schätzungen zufolge wurden bislang etwa 219.891 Tonnen des begehrten Edelmetalls gefördert (Stand: Ende 2025); genug, um zwei olympische Schwimmbecken zu füllen. Lange Zeit wurde Gold mühsam aus der Erde geschlagen, wodurch die Ausbeute der Bergleute begrenzt war.
Mit der Entdeckung Amerikas eröffneten sich den europäischen Glücksrittern die goldreichen Gebiete des Klondikes und Kaliforniens. Später wurden auch reiche Lagerstätten in Südafrika, Kanada und Russland zugänglich gemacht. Doch erst mit der industriellen Revolution und technischen Fortschritten wurde das volle Potenzial der Goldvorkommen ausgeschöpft.
Heutzutage wird in nur zwei Jahren mehr Gold gefördert als in der Zeit von der Völkerwanderung bis zum Beginn der Neuzeit. Doch die Ressourcen sind endlich. In vielen Ländern ist es bereits notwendig, eine Tonne Gestein für ein Gramm Gold zu durchsuchen. Größere Lagerstätten befinden sich noch in Australien, Südafrika und den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion.
Die aktuelle Goldmenge weltweit
Weltweit wurden bisher also rund 220.000 Tonnen Gold gefördert (Stand: Ende 2025; World Gold Council). Der Gesamtwert dieser Goldmenge beträgt ca. 31 Billionen US-Dollar bzw. etwa 27 Billionen Euro (Stand: Ende März 2026). Die Goldmenge verändert sich stetig, da das Edelmetall weiter abgebaut wird, aber das Tempo des Anstiegs verringert sich.
Stand 2026 werden etwa 44 Prozent des Goldes werden für die Schmuckproduktion verwendet. Zentralbanken halten etwa 18 Prozent der weltweiten Goldmenge als Reserven, während der Privatbesitz (Investment) rund 23 Prozent ausmacht. Kunstgegenstände machen weitere 15 Prozent aus, und der Rest wird für verschiedene Anwendungen genutzt.
Die größten Goldreserven der Welt liegen in den Zentralbanken. Die USA führen die Liste an, gefolgt von Deutschland und Italien. Deutschland hält rund 3.352 Tonnen Gold als Teil seiner Währungsreserven. Die Bundesbank hat begonnen, einen Großteil ihres Goldes nach Deutschland zu bringen, und lagert nun einen beträchtlichen Teil davon in Frankfurt am Main. China und Russland haben in den vergangenen Jahren massiv Gold zugekauft und ihre offiziellen Zahlen sollten deutlich weniger Gold anzeigen, als tatsächlich in den Reserven zu finden ist.

Der Goldabbau und die Zukunft
Schätzungen zufolge sind etwa 75 Prozent der förderbaren weltweiten Goldmenge bereits abgebaut. Südafrika und Australien sind führende Goldproduzenten, aber auch andere Länder wie China tragen zum globalen Goldangebot bei. Mit den aktuellen Abbauraten wird die Goldmenge Schätzungen zufolge in etwa 20 Jahren erschöpft sein.
Der Goldwürfel, der die gesamte bisher geförderte Goldmenge repräsentiert, würde aktuell eine Kantenlänge von etwas über 22 Metern haben. Nimmt man nur das Gold in Deutschland, dann hätte der Würfel eine Kantenlänge von rund 8,6 Metern, was im internationalen Vergleich erheblich ist. In Deutschland befindet sich der größte Teil des Goldes in Privatbesitz, und die Bundesbank hält einen erheblichen Anteil als Teil ihrer Währungsreserven.

Insgesamt ist Gold ein kostbares und begehrtes Edelmetall, dessen Vorkommen begrenzt sind. Die Förderung und Nutzung von Gold wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein, sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus kultureller Sicht.
Gold-Silber-Ratio
Das Gold-Silber-Ratio ist ein finanzielles Barometer, das angibt, wie viele Unzen Silber erforderlich sind, um eine Unze Gold zu kaufen und ist eng mit der Gold- und Silbermenge verbunden. Dieses Verhältnis ist nicht nur für die Geschichte des Handels von Bedeutung, sondern auch heute noch ein entscheidender Indikator für Anleger.
Das historische Gold-Silber-Ratio
Nehmen wir an, der aktuelle Preis für eine Unze Gold beträgt 5.400 USD und der Preis für eine Unze Silber 90 USD. Das Gold-Silber-Ratio wäre dann 60 (5.400 geteilt durch 90). Historisch gesehen hat dieses Verhältnis über die Jahrhunderte erheblich geschwankt. In der Antike lag es beispielsweise oft nahe 1:12, was bedeutet, dass Gold nur zwölfmal teurer war als Silber. Dies war damit zu begründen, dass es ungefähr 15-mal mehr Silber als Gold gibt bzw. gefördert wurde, weshalb es sich um ein gewissermaßen “natürliches” Wertverhältnis von Gold zu Silber handelte. Aktuell liegt das Gold-Silber-Ratio deutlich höher.

Natürliches Verhältnis und industrieller Silberverbrauch
Das natürliche Vorkommen von Gold zu Silber in der Erdkruste beträgt etwa 1:15. Dieses Verhältnis würde suggerieren, dass, wenn beide Metalle im gleichen Maße gefördert würden, Silber wesentlich teurer sein sollte als es derzeit der Fall ist. Aber Silber wird nicht nur für Schmuck und als Anlage genutzt, sondern auch in hohem Maße industriell verbraucht – vor allem in der Photovoltaik und in der Herstellung von Elektrofahrzeugen.
Anders als Gold, das fast vollständig recycelt werden kann und oft durch bestehende Bestände den Markt erreicht, ist Silber oft Teil von Produkten, die am Ende ihrer Lebensdauer nicht wirtschaftlich recycelbar sind. Die geringe Menge an Silber in einzelnen Produkten macht das Recycling unrentabel. Deshalb ist einmal verbrauchtes Silber meist für immer verloren.
Die Nachfrage nach Silber in der Industrie steigt stetig, insbesondere durch die Zunahme der Nutzung erneuerbarer Energien (z.B. Photovoltaik und Hausakkus), die Nutzung höchst energieintensiver KI-Technologien oder die Elektrifizierung von Fahrzeugen. Diese industrielle Nachfrage erhöht den Verbrauch und verringert die verfügbaren Silberbestände, was langfristig zu einer Verknappung führt. Vor allem, weil das Silberangebot seit Jahren auf ungefähr dem gleichen Niveau verharrt:

Die Investitionsperspektive und das wahre Gold-Silber-Ratio
Wenn man die industrielle Bedeutung und das begrenzte Recycling von Silber betrachtet, ergibt sich ein Bild, das Silber als das seltenere und unterbewertete Metall erscheinen lässt. Bei einem aktuellen Gold-Silber-Ratio von etwa 63 (Stand: 31. März 2026) könnte Silber deutlich unterbewertet sein, wenn man seine industrielle Bedeutung und die begrenzten Recyclingmöglichkeiten berücksichtigt.
In Zeiten eines solch hohen Ratios könnte ein Einstieg in Silber für Investoren attraktiv sein. Denn: Aufgrund der vorhin genannten Faktoren liegt das tatsächliche Gold-Silber-Ratio – bezogen auf die tatsächlich noch verfügbaren Edelmetallbestände – bei nur 1:2,8.
Die Analyse des Gold-Silber-Ratios in Verbindung mit der industriellen Nutzung und den Recyclingfähigkeiten zeigt, dass Silber unter aktuellen Marktbedingungen potenziell rarer ist als Gold. Anleger, die sich dieser Dynamik bewusst sind, können möglicherweise von einer zukünftigen Neubewertung des Silberpreises profitieren, insbesondere da die Industrienachfrage weiterhin steigt und die Ressourcen knapper werden.
Um mehr über Silber und den Silberpreis zu erfahren, besuchen Sie unsere Silberpreisseite!
Das goldene Fazit zur Goldpreisseite
Der Goldpreis ist weit mehr als eine Zahl auf einem Bildschirm. Er ist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus globalem Angebot und Nachfrage, Geldpolitik, geopolitischen Verwerfungen und einem Markt, der längst nicht so transparent ist, wie er auf den ersten Blick erscheint. Wer ihn wirklich verstehen will, muss tiefer blicken – und wer tiefer blickt, versteht schnell, warum Gold seit Jahrtausenden seinen Wert behält, während Währungen kommen und gehen.
Die offiziellen Zahlen erzählen dabei nie die ganze Geschichte. Zentralbanken kaufen im Verborgenen, OTC-Märkte entziehen sich der Statistik, und die psychologische Komponente treibt Preise in Höhen, die kein Lehrbuch vorhersagen kann. Das eigentliche Fundament des Goldpreises aber liegt tiefer: Jede Ausweitung der Geldmenge, jede neue Billion an Staatsschulden, jede Zinssenkung ist ein stilles Argument für das Edelmetall – nicht weil Gold im Wert steigt, sondern weil Papiergeld an Wert verliert. Dieser Zusammenhang ist so alt wie das Geld selbst und hat sich in jeder großen Krise der Moderne bestätigt.
Hinzu kommen die strukturellen Verschiebungen unserer Zeit. Die De-Dollarisierung schreitet voran, die BRICS-Staaten bauen aktiv an einem goldgedeckten Gegenentwurf zur westlichen Finanzordnung, und Enteignungsrisiken durch Vermögensregister, steigende Steuern und neue Behörden wie die AMLA sind längst keine Zukunftsszenarien mehr. Und dann ist da noch der Iran-Krieg – ein Konflikt, dessen Folgen weit über das Schlachtfeld hinausreichen. Die Blockade der Straße von Hormuz hat den Ölpreis weit über die 100-Dollar-Marke getrieben, die Inflation neu entfacht und das Gespenst der Stagflation zurück auf die wirtschaftspolitische Bühne gebracht. Was in den 1970ern mit dem OPEC-Embargo begann und die Welt ein Jahrzehnt lang in Atem hielt, wiederholt sich in neuer Form – mit denselben Konsequenzen für Kaufkraft, Zinspolitik und das Vertrauen in Papiergeld. In diesem Umfeld bietet physisches Gold etwas, das kein Finanzprodukt der Welt replizieren kann: Es ist greifbar, nicht vermehrbar und unabhängig von jedem Versprechen eines Staates oder einer Bank.
Kurzfristige Rücksetzer – auch heftige, wie wir sie zuletzt am Goldmarkt erlebt haben – mögen auf den ersten Blick beunruhigen. Doch wer die Mechanismen dahinter versteht, weiß: Margin Calls, Dollarstärke und algorithmischer Handel können den Preis vorübergehend drücken, ohne dass sich an den fundamentalen Treibern auch nur das Geringste geändert hätte. Genau das war beim Iran-Krieg zu beobachten: Gold fiel trotz eskalierender Krise – weil steigende Ölpreise den Dollar kurzfristig stärkten und weil Anleger liquide Positionen auflösten, um anderswo Verluste zu decken. Beim OPEC-Embargo 1973 fiel Gold zunächst um 13 Prozent – bevor es bis 1980 um rund 700 Prozent stieg. Nach dem Lehman-Kollaps 2008 verlor es 30 Prozent – um anschließend bis 2011 um über 170 Prozent zuzulegen. Was in solchen Momenten wie ein Warnsignal wirkt, war im Rückblick stets das Gegenteil: eine Gelegenheit für alle, die den Unterschied zwischen kurzfristigem Marktlärm und langfristiger Substanz zu erkennen vermochten.
Traditionell als Krisenmetall bewährt, fungiert Gold heute primär als strategisches Kapital. In Phasen massiver Marktturbulenzen tritt die aktuelle Preisnotierung dabei oft hinter die übergeordnete Bedeutung der Absicherung zurück.
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